Der Song weiß auf Anhieb zu gefallen und trifft in seiner düsteren Stimmung und treibenden Atmosphäre direkt einen Nerv in mir. 'Det Norrøne Alter' schafft es perfekt, mich in die Stimmung zu versetzen, die Helheim versucht, über das ganze Album hinweg aufzubauen. Weiter geht es mit dem treibenden 'Northern Forces' in dem unterhalb der Oberfläche die Black-Metal-Verwurzelung der Norweger zum Vorschein tritt. Das Tempo ist hier etwas flotter angesiedelt, die Musik insgesamt aggressiver als der Opener. Auf 'Northern Forces' folgt 'Om Smerte Og Liv', bei dem es sich, um eines der wichtigsten Stücke auf "Kaoskult" handelt. Der Song ist zu Beginn im Midtempo-Bereich angesiedelt und erfordert beim Hörer als Ganzes doch etwas Arbeit, um in seiner gesamten musikalischen Tiefe erfasst zu werden. Zu Beginn des letzten Drittels hören wir leise und wunderbar melancholische Gitarren, bevor sich die angestaute Energie in einem Doublebass-unterlegtem Schrei V'gandrs und einem treibenden Finale entlädt. Ganz großes Kino! Grundlegend bewegen sich die Norweger auf "Kaoskult" im bisher geschilderten musikalischen Bereich. Songs wie das epische 'Åndevind', welches eine gewisse Ähnlichkeit zum fulminanten 'Om Smerte Og Liv' aufweist, oder dem großartigen, progressiv angehauchten Rauswerfer 'Svart Seid' wissen ausnahmslos zu gefallen und beweisen, dass Helheim über ungeahnte musikalische Größe verfügen. Insgesamt repräsentiert die grimmige Melancholie die Stimmung auf "Kaoskult" sehr gut. Nun fragen sich sicher einige, was "grimmige Melancholie" denn sein soll. Es ist die Art Melancholie, die einen trotzdem weitermachen lässt, auch wenn man vom Leben mal wieder die Nase bis zur Schädeldecke voll hat. Helheim verstärkt melancholische Stimmung, aber auf eine Art und Weise, durch die man daraus sogar positive Energie sammeln kann.
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