Dieter Nuhr hat es doch mehr als deutlich gesagt: Wenn man keine Ahnung hat: einfach mal gar nichts sagen, nichts schreiben oder nicht auf dicke Hose machen. So nennen sich die polnischen Symphonic Black Metaller seit nunmehr vier Alben LUNA AD NOCTUM (sic!) und keiner der vielen selbst ernannten Metalexperten sagt den vier Jungs mal, dass es NOCTEM heißen muss. Aber vielleicht wollten sie sich ja auch nur an ihrem alten Lateinlehrer rächen...
Na, ja, neben den insgesamt doch sehr anstrengenden Vocals ist das aber auch der einzige Kritikpunkt an dem neuen Album „Hypnotic Inferno“. Denn die neun Songs strotzen nur so von gelungenen Riffs, höllisch diabolischen Drums, aber auch von niederschmetternden emotionalen sowie düsteren Hintergrundmelodien, die zusammen den Mix aus Gefühlen, Eindrücken und Affekten erschaffen, den laut LUNA AD NOCTUM entstehen können, wenn psychoaktive Medikamente im Spiel sind.
In diesem Zusammenhang besonders hervorzuheben sind die soulig-leidenden Gitarrensoli und die unerwarteten und durchaus gelungenen Wendungen in den Songs.
Fazit: präzise, brutale, rifflastige Aggressivität trifft auf Gefühl, Leiden und Leidenschaft in emotionalem Gewande. Also nichts für zart-besaitete Gemüter.