I AM HUNGER - Odium
VÖ: 30. März 2012 • Label: Snapping Fingers Snapping Necks
In Zeiten, in denen Musik für harte Jungs (die aber trotzdem noch Mamis Liebling sein wollen), vor allem im Bereich des Metalcore, zunehmend geschliffen, durchdesigned, seelenlos daherkommt, versuchen I AM HUNGER aus Schweden genau das Gegenteil mit ihrer Musik zu verkörpern: Intensität, Energie, Ehrlichkeit und Authentizität.
Nachdem die Band nun über zwei Jahre unterwegs ist und mehrere Demos veröffentlicht hat [„Solace for the ones lead astray“ (2009), „When the world falls apart“ (2010), I am hunger (2010)], erscheint nun das Debütalbum „Odium“ der geheimnisumwobenen Schweden, die ein großes Geheimnis um ihr Line-up machen. Der Titel des Albums ist Programm, denn Odium (lat.) bedeutet Hass, der sich in einer ungeheuren Aggressivität, Brutalität und Zornigkeit in fast jedem Song des Albums Bahn zu brechen scheint. Insgesamt erschüttern zwölf Blut-, Schweiß- und Tränensongs unsere Gemütslage, die eine bunte Mischung metalcore-, screamo-, hardcoreartiger Elemente vereinigen, mitunter unterbrochen von ruhigen Partien und manchmal auch durchaus überzeugenden Gitarrenriffs. Vergleiche mit THE REFUSED sind für I AM HUNGER eher eine Beleidigung, aber durchaus angebracht, zudem drängen sich auch musikalische (nicht gesangliche) Parallelen zu den EMIL BULLS auf.
Fazit: Insgesamt ein solides Debütalbum, das ein durchaus vorhandenes und noch ausbaufähiges Potenzial zeigt. Zum Hereinhören sind das metalcorige 'Indifference', das ruhigere 'Raised to hate' oder das brutale 'Tough love' zu empfehlen.