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In Mourning - Monolith

VÖ: 25. Januar 2010   •   Label:  Pulverised Records
22. März 2010

Und dann gibt es da noch In Mourning.
Denn was da ursprünglich als Gothic Metal-Band mit Frauenstimmchen begann, hat sich über die Jahre immer weiter radikalisiert, ist mittlerweile beim Extreme Metal angekommen – und weitet auch auf dem neuen Silberling „Monolith“ die Genre-Grenzen weiter aus.
Denn obwohl das Ganze sich als „Progressiver Death Metal“ tituliert, greift diese Beschreibung deutlich zu kurz: Schon am Gesang schleudert Tobias Netzell, Fronter und dritter (!) Gitarrist der Band, seinen Hörern nicht nur tiefe Grunts und hohe Screams entgegen, sondern auch mal Shouts, wie man sie eher im Hard- oder Metalcorebereich verorten würde, oder einfach auch mal klaren (und sehr hörbaren!) Gesang. Auch die Gitarrenfraktion arbeitet sich von Rhythmus- und Break-betonten Metalcore-Riffs über treibende Death Metal-Blastbeat-Passagen bis zu Doom Metal-Anleihen durch – und streut unterwegs auch leisere Akustik-Töne sowie jede Menge abgefahrene Melodien ein, die deutliche Spuren der Götheborger Melo-Death-Schule tragen.
Dass das Album trotz so unterschiedlicher Elemente als ein „monolithisches“ Ganzes herüberkommt, dafür sorgen indes die großen songwriterischen Talente der Band. Die fünf Schweden haben ein untrügliches Gespür dafür, wie sie von einem Part auf den nächsten umschwenken, ohne dass man Schweißnähte bemerkt. Allein die Titel „With You Came Silence“ und „The Final Solution (Entering the Black Lodge)” kamen mir etwas uninspiriert daher. Der Rest der Songs geht unverschämt schnell ins Ohr, nicht zuletzt dank der exzellenten Drumarbeit und des brillanten Riechers der Band für coole Riffs und eingängige Melodiebögen.
Zugegeben: Die „Gesellschaft für die Reinerhaltung des Metals e.V.“ wird die Scheibe umgehend auf ihre (tief-)schwarze Liste setzen, und all die Marcel Reich-Ranickis der Metalszene werden krähen: „Ich nähme diezes Album nichd an!“ Wer allerdings ohne derartige Scheuklappen auf den Lauschern auskommt, kann durchaus mal einen Hördurchgang wagen. „Monolith“ ist frischer Wind in muffige Genre-Kammern, und gerade Freunde progressiver Death Metal-Größen wie Insomnium oder auch Opeth sollten definitiv ein Ohr riskieren.

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