Die vier Mannen von INDOCTRINE sind zwar erst seit 2012 zusammen, aber sie wissen schon ganz genau, wo die musikalische Reise hingehen soll. Von Schweden über Norwegen nach Finnland und wieder zurück. Man nehme also den charismatisch-dynamischen Death Metal der Göteborger Schule und paare ihn mit den düsteren Elementen des Black Metal Oslo'scher Prägung und verfeinere ihn mit einer kleineren oder größeren Prise hymnischer Melodik finnischer Herkunft und schon hat man ein funktionierendes Geheimrezept für den genuin eigenen Sound.
Auf ihrer zweiten EP "Unto the fall", die neben einem Intro fünf "richtige" Tracks enthält, zelebrieren INDOCTRINE einen frisch-dynamischen, intensiven und black angehauchten Death Metal mit einem gewissen melodischen Melancholiefaktor. Auffällig ist vor allem das in den Songs organische Ineinandergreifen der Genres sowie die stimmliche Wandlungsfähigkeit von Matti Rita Kasari, der von tief clean bis hysterisch HAIL-OF-BULLETS mäßig fast alles kann.
Während 'Fall' wie eine dynamischeres Abbild eines INSOMNIUM-Klassikers daherkommt, gibt es mit 'Indoctrination' vor allem tempo-, doublebass- sowie riffmäßig richtig etwas auf die Ohren (Es geht eben auch ohne catchy melodies, wie der Engländer sagen würde). Der "Opener" 'Undying' vereint ein im Thrash beheimatetes Tempo, eine gesunde Härte und Aggressivität mit einer hintergründigen, dann immer wieder stärker durchbrechenden PARADISE-LOST-artigen Hymnik.
Heftig brutal und dynamisch düster gibt sich auch 'Synthetic Existence', mit exzellenten Schlagzeugparts, herausragenden Riffs und black-metallisch hallig wabernden Partien, die im Rausschmeißer 'Burning roots' teilweise bis zum Exzess zelebriert werden.
Eine überaus entdeckungs- und hörenswerte EP!