Was die Vielfalt angeht, sind die Franzosen so breit aufgestellt wie es MOTÖRHEAD waren. Vom schnellen, straigten Rocken über bluesige Sounds bis zu ´Going To Brazil´ Rock ´n´ Roll Klängen reicht das Spektrum. Trotz dieser eindeutigen Bezüge (cool ist die kurze Basshomage in ´The Code Is Red´) klingen IRON BASTARD auch weiterhin nicht wie ein plumper Abklatsch. Etwas wundere ich mich beim ersten Hören über die Titel. Der Vorgänger ´Boogie Woogie Violence´ ist für mich doch schneller, räudiger und auch aggressiver - faster and more dangerous also. Aber keine Bange, brav ist ´Fast And Dangerous´ bei weitem nicht, nur etwas gesetzter. Das zeigt sich schon an der Länge der Songs. Während auf dem Debüt kein Song die Vier-Minuten-Marke knackte, sind es nun ganze sieben. Das ist auch einer meiner beiden Kritikpunkte an der Scheibe. Tracks wie ´The Princess & The Frog´ hätten kompakter gehalten werden sollen. Das Zweite, was mir aufstößt, sind die vielen und zu langen Gitarrensoli, die mit der Zeit nerven. Da wäre wesentlich weniger wesentlich mehr gewesen. Auch außerhalb der Soli könnte die Gitarre knackiger und weniger verspielt klingen. Beispielhaft ist hier der Titeltrack. Wenn Sänger David „nothig can stop angry rockers, IRON BASTARD, fast and dangerous“ singt, geht die Band vom Gas und es gibt ein WahWah-Solo. Ein knackiges Abriss-Riff wäre da passender gewesen. Das Album ist trotz dieser Schwachstellen aber über weite Strecken gelungen und rockt ordentlich was weg. Dazu trägt auch Sänger Davis einen guten Teil bei; seine Vocals klingen wie eine Mischung aus Lemmy und Lutz Vegas. Am besten gefallen mir IRON BASTARD, wenn sie wie bei ´Born On The Wrong Side´am eigenständigsten klingen. Der Song klingt frisch und hat im Mittelteil eine sehr gute, kreative Gitarrenarbeit. Das Solo wird von einer Mundharmonika übernommen. Das klingt gut und sorgt für Abwechslung. Gelungen ist auch der sehr erdige Sound, so bleibt beispielsweise die dezent eingesetzte Doublebass angenehm im Hintergrund.
Unterm Strich ist ´Fast And Dangerous´ ein gutes, räudiges Rock Album, das trotz des Titels abgeklärter als sein Vorgänger klingt. Wenn ihr nach dem 28.12. wieder was anderes als MOTÖRHEAD hören wollt, solltet ihr IRON BASTARD eine Chance geben.
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