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Jimmy Eat World - Damage

VÖ: 06. Juni 2013   •   Label:  RCA (Sony Music)

Die gute Nachricht vorweg. Der gute alte College-Rock lebt. Auch wenn andere Top-Bands, die in den 90ern das College und MTV dominiert haben, verschwunden sind, JIMMY EAT WORLD liefern in regelmäßiger Regelmäßigkeit gute Alben ab.

Allerdings sollte man sich nach zwanzig Jahren Bandgeschichte vielleicht eingestehen, dass man kein Händchen für langsamere und ruhigere Stücke hat. Diese sind auf diesem Longplayer nämlich in keiner Weise überzeugend. Nicht traurig und melancholisch genug, um unter die Haut zu gehen, nicht fröhlich und optimistisch genug, um gute Laune zu verbreiten. Dass sich diesen Stücken neben 'Book of love' auch der titelgebende Track 'Damage' befindet, der ja eigentlich programmatisch für das Album sein sollte, ist mehr als rätselhaft.

Dort, wo allerdings die gute alte Stromgitarre herausgeholt wird, um temporeich zu rocken, knüpfen JIMMY EAT WORLD an gute alte Zeiten an und werden mit ihnen nicht nur auf College- oder Studentenparties für unvergessene Momente sorgen, wenn die bierschwangere, weinselige oder jägermeistergedopte Menge abfeiert. Tracks wie der Opener 'Appreciation', 'Lean' oder 'I will steal you back' haben das Zeug, zu Klassikern zu werden, und werden auch dementsprechend bei den Liveauftritten für einen emotionalen Ausnahmezustand sorgen.

Während die vier Amerikaner auf ihrem letzten Longplayer „Invented“ (2010) noch um einiges experimentierfreudiger waren, scheint das Thema „Experimente für den Moment abgeschlossen zu sein. Denn die Songs klingen so dermaßen nach JIMMY EAT WORLD, dass sie problemlos auch auf den anderen Alben hätten sein können. Aber diese Verlässlichkeit macht gerade ihre Stärke aus. Denn warum soll ein Restaurant, in das die Leute wegen der guten Steaks kommen, plötzlich die Speisekarte ändern. Das macht doch nun wirklich keinen Sinn.

Herausragend erfrischend: 'How'd you have me', sommerhitverdächtig 'No, never'.

Kurz: JIMMY EAT WORLD so, wie wir sie kennen und lieben. More killer, than filler, um abgewandelt mit SUM 41 zu sprechen.

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