Das neue Soloalbum des Ausnahmesängers wirkt dabei ein ganzes Stück homogener, als der Vorgänger, die Schattierungen sind nicht ganz so offensichtlich geworden und dennoch vorhanden. Musikalisch bewegt man sich wieder irgendwo zwischen ursprünglichem Hardrock, Heavy Rock und Metal im Stile von DIO (dieser Einfluss ist auf "Spirit Black" verstärkt festzustellen), immer wieder kommen auch Prog.-Einschübe zum Einsatz, die man hauptsächlich in kurzen Brückenteilen auslebt und weniger in komplexen Songstrukturen. Dabei ist der Norweger und ehemalige MALMSTEEN-Söldner mit seinen positiven Gutmenschtexten manchmal dem Kitsch schon recht nahe, aber wie auch songwriterisch schafft er es auch diesbezüglich immer wieder, gerade noch das Ruder herumzureißen, und wer derart eindringlich seine Botschaften dem Hörer näher bringt, dem nimmt man die Ernsthaftigkeit, die dahinter steckt auch gerne ab. Immer wieder ertappt man sich selbst, wie man mit dem ganzen Körper versucht die transportierten Gefühle in den Gesangslinien nachzuzeichnen und sich von dieser Welt mental verabschiedet. Das Positive in den Texten und dem Ausdruck steckt einen an und gibt einem eine herrlich melancholische Zufriedenheit. Zwar ist auch "Spirit Black" nicht vollkommen frei von kurzen Durchhängern, letztendlich hat es Jorn Lande aber geschafft, wieder einmal ein Album zu veröffentlichen, bei dem man jedem Song etwas abgewinnen kann und auf dem kein Totalausfall zu finden ist. Ob im Stile der frühen 90er rockend, vertrackt, angedüstert oder einfach nur getragen schön, auf diesem Album hat jedes Stück einen eigenen Charakter und eine eigene Stimmung. Ein Werk, das fasziniert, Laune macht und zudem auch noch über längere Zeit interessant bleibt - erneut kein Überalbum, aber auf jeden Fall 100 Prozent Jorn Lande.
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