Kopek - White Collar Lies
Und auch vor der unseren so geliebten harten Klangwelt namens Metal macht die Kreuzung zwischen Eltern verschiedener Arten nicht wirklich halt. Was einst ganz simpel als Heavy Metal bezeichnet wurde, hat sich längst zu einer komplexen Musiklandschaft erweitert und entwickelt. Hier findet man neben vielen weiteren Variationen den Industrial Metal (als Mischung aus Metal und Elektro), den Metalcore (entstanden durch die Hybridisierung von Hardcore und Metal) oder gar den Progressiv Rock.
Was es bisher allerdings noch nicht gab, ist eine Symbiose aus Hard Rock und Alternative Rock.
Und was auf eine gewisse Art und Weise wie eine Mischung aus Fußball und Billard klingt, funktioniert dagegen erstaunlich gut. Das Resultat nennt sich schlicht betitelt KOPEK, was auf türkisch so viel wie "Hund" bedeutet, und kommt aus Irland.
Nach zwei Alben und zwei EPs in Eigenregie, hat es das Trio 2010 schließlich geschafft, ihr Debüt unter ihre Landsmänner zu bringen. Zwei Jahre Später sogar via Another Century, einem Ableger von Century Media, nun auch bei uns im restlichen Europa.
Herausgekommen ist ein Hybrid aus klassischem Hard Rock mit alternativen Elementen oder - je nach Betrachtungsweise - eine Alternative Scheibe mit wirkungsvoll eingesetzten Classic Rock Komponenten.
Für mich klingt es nach modernen Hard Rock, der mit einer interessanten Instrumentierung daher kommt und einmal mehr Anspruch mitbringt, wie man es ja oft im klassischen Rock Bereich vermisst. Und genau der moderne touch des Classic Rock ist es, der einem sofort in den Gehörgängen stecken bleibt und für einen erhöhten Suchtfaktor sorgt.
Wer bei "bring it on home" nicht automatisch gleichzeitig mit Fuß und Kopf wippt, beim Song "running scared" nicht ins melancholische versinkt und beim blueslastigen Hit "sub human" nicht sofort seine Gitarre raus holt, hat Musik bisher nur gehört und nicht gelebt.
Ebenfalls als musikalischer Höhepunkt der Debüt CD "white collar lies" ist neben dem Titeltrack noch der episch verträumte Hit "floridian" zu nennen, der nicht nur durch seinen breiten Soundteppich mit subtil eingesetztem Keyboard zu überzeugen weiß, sondern auch eine gelungene Darbietung des Sängers und Gitarristen Daniel Jordan aufwartet.
Da stört es auch nicht, dass sich hier leichte Querverweise im Refrain mit "The Killers" smash-hit "Mr.Brightside" ausmachen lassen.
Allerdings eine auf ihn zugeschnittene Beschreibung seiner Stimme zu verfassen, fällt mir gerade irgendwie schwer. Vielleicht könnte man seine Stimmfarbe in etwa als Hybrid zwischen Kurt Cobain und Myles Kennedy beschreiben...
Summa Summarum bekommt der gerne über den Tellerrand schauende Musikliebhaber eine interessante Symbiose aus zwei Spielarten des Rock.
Da bleibt nur zu hoffen, dass im Gegensatz zum Hybridfahrzeug in der Automobilindustrie der musikalische Hybrid eine bessere Reichweite zu bieten hat. Es wäre nämlich sehr schade, wenn es beim Debüt "white collar lies" von KOPEK bleiben würde.