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Labyrinth - Welcome To The Absurd Circus

VÖ: 21. Januar 2021   •   Label:  Frontiers Music s.r.l.
Was in Skandinavien seit einiger Zeit im Bereich des 80er Jahre Retro Heavy Rock abgeht (um nur einige Bands wie H.E.A.T., Eclipse oder Dynazty zu nennen), das geht in Italien im Melodic Epic Symphonic Prog Power Metal ab.
Seien es Vision Divine, Cristiano Filippini´s Flames of Heaven, Secretsphere und natürlich Labyrinth. Was da alles aus dem Süden Europas kommt, ist schon der Wahnsinn. Von den Altmeistern á la Rhapsody, die vor über 20 Jahren den Stein ins Rollen gebracht haben, mal ganz zu schweigen.
Als ich 1998 "Return To Heaven Denied" zu hören bekam, war ich schwer begeistert, dass solche Klänge aus Italien kamen, was für die damalige Zeit ein Novum war. Es war zwar nicht das Debutalbum, aber dennoch setzte die Band mit diesem Album ein Ausrufezeichen! Auch wenn Rhapsody ein Jahr zuvor ihre "Legendary Tales" veröffentlichten und damit ebenfalls der Metalwelt eine musikalische Neuheit präsentierten, unterschieden sich Labyrinth schon damals mit einem weitestgehend eigenen Stil, welchen die Band bis heute beibehalten hat. Von den selbsterklärten Ausreißern "Freeman" und "6 Days to Nowhere" mal abgesehen.

Der Opener und gleichzeitig Titelsong "The absurd Circus" beginnt zwar eigentlich in recht typischer unspektakulärer Power Metal Manier, geht aber über den catchy Refrain in den interessanten Teil über: Akkustikgitarren und ein sehr gefühlvolles Solo, welches in ein Keyboardsolo übergeht (stilistisch läßt Dreamtheaters´Jordan Rudess grüßen). Nachdem sich die Jungs mit Power Speed Metal Song "Live Today" richtig warm gespielt haben, geht es mit "One More Last Chance" im Midtempo weiter, wo (wie ich finde) die Qualitäten der Band richtig zur Geltung kommen. Dazu gehört auch "As long as it lasts" mit einer sehr schönen Melodie und einem weiteren catchy Refrain. Auch hier wieder mit einem Keyboardsolo á la Dreamtheater gespickt.
Was vor allem immer wieder auffällt ist die Tatsache, dass man den Bass als Instrument auch hört. Ist ja bei den meisten Bands leider nicht der Fall. " Den of Snakes" oder "Word´s Mindfield" kommen ebenfalls mit den typischen Labyrinth-Melodien rüber, wogegen der Power Metal Song "The Unexpected" eher als durchschnittlich einzustufen ist. natürlich erstklassig gemacht, aber das ewige Double-Base-Geballer und die dazu gehörigen Gitarrenriffs, inkl. dem zweistimmigen "Helloween-like" Gitarrensolo hat man doch schon tausendfach gehört.
Über eine weitere Ultravox Cover Version "Dancing with Tears in my Eyes" kann man streiten. Als Freedom Call bereis 2004 den Song in ihrer typischen Power Metal Manier interpretiert hatten, war es irgendwie cool. Daß das Ding jetzt wieder rauszukramt wird, wird bei Mister Midge Ure sicherlich ein stolzes Grinsen erzeugen (wenn er denn davon Notiz bekommt...). 
Da ist mir ein Labyrinth-typischer Song wie "Sleepwalker" doch gleich lieber. Und auch die Ballade "A Reason to survive" ist ein klasse Song, der nicht kitschig oder aufpustet daherkommt.
Mit "Finally Free" gibts zum Schluss noch mal eine geballte Ladung mit allem, was einen guten Labyrinth-Song ausmacht.
Labyrinth haben hier unter der Feder des scheinbar nimmer müde werdenden Mastermind Carlo Andrea "Olaf Thörsen" Magnani (der bekanntlich mit Vision Devine ein weiteren Hauptjob hat), ein weiteres Meisterwerk gezaubert auf dem nicht alles überragend ist, aber im Gesamtpaket stimmt und mit der exzellenten Stimme von Roberto Tirani auf jeden Fall Wiedererkennungswert hat.

 

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