Wer kennt das nicht. Das Gefühl, dass nach einem besonders einschneidenden Ereignis etwas in uns gestorben ist, zumindest in emotionaler Hinsicht. Ist ein Debütalbum also mit „Something In Us Died“ betitelt, dann haben wir nicht nur in inhaltlicher Hinsicht Schmerzen, Leiden und Niedergeschlagenheit zu erwarten, sondern auch in musikalischer.
Die vier Newcomer von LODZ haben sich dementsprechend dem alternativen Rock mit Metalcore-Elementen verschrieben, wobei letztere dem Sound der Franzosen sehr zuträglich im Hintergrund bleiben ('Detachment'). Denn so wie Laienschauspieler glauben, dass die künstlerische Fähigkeit steigt, je mehr und lauter man schreit, so scheint sich ein entsprechender Irrglaube auch in der Metalszene breitgemacht zu haben. Permanentes, unmotiviertes Schreien steht eben nicht zwangsläufig für Härte oder große Gefühle.
Nun ja, die Mannen um Frontmann Eric setzen dieses Element in gekonnter Manier ja nur sparsam ein ('Closed hospitals') und so dominieren die intensiven, emotionalen und melancholischen Passagen mit grandiosen Melodien, die allerdings immer im (schrammeligen) harten Rockriffgewand daherkommen und dem Sound somit eine gewisse Grundhärte verleihen.
Acht großartige, mitreißende und melancholische Songs nehmen den Hörer mit auf eine Reise in die sphärische Welt des emotionalen Gefühlschaos ('The rope'), die vor allem in Puncto Länge keine Rücksicht auf die Radiotauglichkeit legen.
Daneben kann das Debüt auch durch ein hohes Maß an Leidenschaft, Spielfreude und Energie überzeugen. Mir kam vor allem in Hinblick auf die „Sangesfreude“ das Debüt von NADA SURF in den Sinn. Daneben dürften vor allem die Anhänger von CULT OF LUNA oder GHOST BRIGADE ihr Herz für dieses Album entdecken. Ein überaus gelungener Einstand!