Dass man durch solche Oberflächlichkeiten auch enttäuscht werden kann, beweisen Machinae Supremacy mit ihrem neusten Werk „a view from the end of the world“, denn jedenfalls mir als geneigtem Metalhead stößt der melodische Mix aus Nintendosounds, Keyboards, ein paar zerrende Postpunk Gitarren, viel Effekten und noch mehr Alternativo-Rock Gesang ziemlich auf.
Der Sänger erinnert an die Band, die mir jeden Rock-Discobesuch vermiesen kann, nämlich an die Nervbolzen Billy Talent, auch Machinae Supremacy's Song „indiscriminate murder is counter-productive“ macht massivste Anleihen in diese Richtung, schlimm genug, dass ich das miteinander in Verbindung bringen kann. Für den wirklich einzigartigen Supernintendo Sound ist nach eigenen Angaben ein SID-Chip, welcher erstmals in einem C64 der 80-er Jahre verwendet wurde, verantwortlich. Natürlich kommen dazu noch reichlich Keyboardsounds, eingespielte Loops vom Filmzitaten und Leadgitarren die bis zur Unendlichkeit durch Effekte gedreht wurden. Manche Lieder lassen sich zweifelsfrei als Power-Metal beschreiben, da es ab und zu mal straighte Drums mit doublebass und Rhythmusgitarren gibt, die das ganze Soundgedudel untermauern und zugegebener Maßen sind manche Riffs auch echt dufte. Doch der Alternativ-Rock Gesang von Robert Stjärnstrom, der wie schon erwähnt ein Klon des Billy Talent Frontmanns sein könnte, und das andauernde tapping der Leadgitarre im midtempo Bereich, nerven auf Dauer. Ergänzt wird dann das Meisterwerk im zweiten Song „force feedback“ noch durch Frauengesang, vielleicht singt ja das traurige Gothicgirl vom CD-cover mal selbst. Dass es dudligen möchte gern Power-Metal mit noch weniger Eier als bei den Tetrismetallern von Dragonforce gibt, hätte ich nicht für möglich gehalten.
Linus-Henry Meyer
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