MANDO DIAO gibt es nun schon seit 15 Jahren und ich bin auf sie in meiner Pritpop-Phase vor mehr als 10 Jahren gestoßen. Zu dieser Zeit standen Bands wie MAXIMO PARK, THE KILLERS und eben auch MANDO DIAO ganz hoch im Kurs. Mit „Hurrican Bar“, dem zweiten Album der Schweden, verknüpfen sich Unmengen von Erinnerungen. Zu ‚Cut The Rope‘, ‚Clean Town‘, ‚Down In The Past‘, ‚White Wall‘ und all den anderen Songs des Albums habe ich gelebt, gelitten und einfach nur gefeiert. Für mich kamen schon die Nachfolgealben „Ode To Ochrasy“ und „Give Me Fire!“ nicht an den Erfolg von „Hurricane Bar“ heran, aber mit „Aelita“ werden die Karten nun ganz neu gemischt, denn MANDO DIAO begeben sich mit dieser Platte auf völlig neue Wege. Die rockigen, gitarrenlastigen Zeiten der Band scheinen Geschichte. Die Schweden haben den Synthesizer für sich entdeckt und somit wandelt sich auch die Musik und zwar in einen detailverliebten Crossover aus neuen Technologien, Elektronik, Dance Music, Pop und Rock, wie die Band ihre neue Richtung selbst beschreibt.
Die erste Singleauskopplung ‚Black Saturday‘, die vielen aus dem Radio bekannt sein dürfte, ist definitiv die rockigste und schnellste Nummer auf „Aelita“. Alle anderen Tracks entspringen eher den neonfarbigen 80igern und dem Synthie-Pop. Dieser Trend zeichnet sich bereits mit ‚Rooftop‘, dem zweiten Song der Platte, ab. Während man zu diesem Zeitpunkt noch denken könnte, dass der Synthi-Klang von ‚Rooftop‘ eher eine Ausnahme bildet, wird mit ‚If I Don’t Have You‘, ‚Money Doesn’t Make You A Man‘ und ‚Baby‘ schnell klar, dass dieser neue Sound das aktuelle Album maßgeblich prägt.
Auch wenn ich zu Beginn nicht recht wusste wie ich „Aelita“ gegenüberstehen soll, kann ich nach einigem sacken lassen nur sagen, dass die Platte sicher nicht zu meinen Lieblingsalben zählen wird, sie mir aber trotzdem gefällt. Allerdings nur, weil ich sie nicht mit den Augen des Mando Diao-Fans betrachte, der ich noch vor 10 Jahren war, sondern ich betrachte die Schweden mit ganz neuen Augen. Dem Album ist eine deutliche Experimentierfreudigkeit anzumerken und auch eine Liebe zu der neuen Art von Musik, die man auf „Aelita“ findet. Ich denke man darf dieses Album nicht mit den Stücken von vor fünf oder zehn Jahren vergleichen, denn dann wird man mit „Aelita“ nicht glücklich. Man muss sich einfach ganz neu auf MANDO DIAO einlassen, dann zündet auch der Synthie-Pop.