Und genau aus diesem Land stammen Mar de Grises, die uns nun mit ihrem zweiten Album "Draining The Waterheart" beglücken. Genauso exotisch wie ihre Herkunft ist auch die gebotene Musik. Zwar kann man sie grob in die Doom-Schublade stecken, das wäre allerdings sehr engstirnig. Denn Mar de Grises bieten einem einen bunten Mix aus diversen Spielarten und schaffen somit ein exquisites Ergebnis voller Melodie und Atmosphäre. Mit erstaunlichem Abwechslungsreichtum schaffen sie es nichtsdestotrotz ein sehr homogenes Album zu schreiben, dessen Songs in ihren Grundzügen über weite Strecken identisch erscheinen. Dies jedoch wiederum nur sehr oberflächlich, denn in den tiefen Schichten der Musik, dem eigentlichen Kern, spielen sich ungeahnt viele Sachen ab, jedoch ohne jemals überladen zu wirken. Gerade dieses Wort, wirken, ist es, welches dieses Album perfekt umschreibt. Es wirkt aktiv auf den Hörer ein und zwingt einen praktisch zum hinhören. Einfaches hintergründiges Gedudel darf man woanders erwarten, Mar de Grises wollen gehört werden, gefühlt werden. Und das völlig zu Recht! Denn mehr als einmal lief mir aufgrund der wunderschönen Melodien und der unheimlichen, im Piano vorgetragenen Passagen - welche dann in einem kraftvollen Fortissimo gipfeln - ein kalter Schauer über den Rücken. Abseits dieser Melodien sind öfters komplexe Rhythmen ebenso wie tief schürfende Dissonanzen auszumachen. Aus dem ganzen lässt sich eigentlich nur ein Fazit ziehen: Mar de Grises haben mit "Draining The Waterheart" ein wahres Meisterwerk geschaffen, voller Emotion und Atmosphäre. Ab der ersten Note kann man in die Musik eintauchen und verliert sich und seine Umgebung völlig in ihr. Ergreifend bis zum Schluss.
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