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Marionette - Propaganda

VÖ: 02. Februar 2016   •   Label: 

Musikalisch gehen die Schweden den Weg des melodischen Modern Metal konsequent weiter. Das manifestiert sich in dem überaus dichten, bombastischen Sound, zu dem die hymnischen Keyboards und choralen Backgroundpartien einen gehörigen Beitrag leisten. Doch um das Abdriften in den symphonischen Metal-Bereich zu vermeiden, setzt man auf gescreamte Vocals im Stile von BRING ME THE HORIZON und zugleich auf ein hohes Maß an nachdenklicher, sphärischer Niedergeschlagenheit und Bedrücktheit ('Dirty And Free'). Gut gelungen auch im Opener 'Grey Masses Gather'.

Gleichzeitig kommt bei den Jungs auch die Aggressivität nicht zu kurz, wie das dynamisch schmissige 'What I've Seen' unter Beweis stellt, in dem treibende Riffs im Verein mit prügelnden Drums für eine gehörige Portion Wums sorgen, dem aber durch die entschleunigten, angegroovten Partien, durch melodische Gitarren und Keyboards etwas von der Schärfe genommen wird, die aber phasenweise auch für eine infernale Stimmung sorgen.

Die Lust am Experimentellen, am Mischen verschiedenster Elemente und am Überschreiten von musikalischen Grenzen zeigt sich auch in dem Rausschmeißer 'All You Are', der für mich allerdings die Grenze des guten Geschmacks eindeutig überschreitet: Zu viel bombastische Intensität.

Kurz: Die Schweden liefern mit „Propaganda“ ein ambitioniertes melodisches Modern Metal Album ab, das im Hinblick auf seine aggressive Riffigkeit und auf die mitunter gekonnten erschaffenen düsteren Klangwelten seine Stärken hat, das aber im Hinblick auf Bombast, Pathos und überhandnehmender, symphonischer Hymnik eher in den Bereich des Glööckler-Metals abdriftet. Das muss man halt mögen.

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