Jack White, der eigentlich Horst Nußbaum heißt, produzierte nicht nur Tony Marshall und Hansi Hinterseer, sondern auch den berühmtesten Rettungsschwimmer der Welt, der zudem mit Autos sprechen konnte: David Hasselhoff. Mark Spiro wurde bereits in den 80iger Jahres Whites Side-Kick und produzierte mit ihm fröhlich und erfolgreich vor sich hin. Nicht nur bei Top Gun wurden seine Songs bekannt, er schrieb später auch für eine meiner favorisierten TV Serien One Tree Hill (ein Pluspunkt für Spiro). Von Cheap Trick, über Giant und Bad English bis hin zu Kansas und Winger griffen sie alle auf seine Fähigkeiten und Songs zurück und auch im Countrybereich ist er ein gern gesehener Gast.
Bei diesen Referenzen wirkt es umso erstaunlicher, dass der Mann ein der Mann belangloses Album auf den Markt gebracht hat. Songs wie „Might As Well Be Me“ erinnern tatsächlich eher an sehr kommerziell ausgelegte moderne Countrynummer (allerdings ohne Steelguitar etc.), während im Großen und Ganzen labbrige Popsongs geboten werden, die vielleicht noch das greise Publikum von Hansi Hinterseer zu morbiden Schunkelparaden animieren können. „Brand New Beautiful Day“ lässt den Hörer daran zweifeln, ob es tatsächlich zum besungenen „Beautiful“ Day“ kommen wird, oder ob man nicht lieber mit einer Flasche Schluck wieder im Bett verschwinden sollte. Schnöder Kuschelpoprock mit blankpolierter Instrumentalisierung und voraussehbarer Melodieführung. Aber auch der Opener, der übrigens im Grunde auch irgendwie genauso klingt wie „Brand New Beautiful Day“, führt dazu, dass man die Anlage gerne mit einem Baseballschläger zertrümmern möchte. Musikalisch passender wäre jedoch, wenn man sie mit 10 Litern nach Rosen duftendem Badewasser ins Jenseits befördern würde.
„It’s a beautiful Life“ ist genau das eben nicht. Das Soloalbum des aus Seattle stammenden Songwriters ist der Soundtrack zur Hölle für jeden Musikfan, der einen Tropfen R’N’R im Blut hat. Bei Spiro regiert Langeweile und schwabbliger Popsound, der selbst Giant und H.E.A.T. wie Cannibal Corpse wirken lässt. Fazit: AOR ist super und es muss auch nicht immer knüppelhart sein, aber – gerade bei dem derzeitigen Alternativangebot – braucht man dieses Album etwa so sehr wie einen Pickel auf dem Hintern, wenn man keine Hand zum Kratzen hat.
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