Den Namen hat man sich bei einer britischen Giftmörderin des viktorianischen Englands entliehen, inwiefern man sich auch für die glamouröse Optik an ihrem Beispiel orientiert hat, ist allerdings nicht bekannt. Ein unbeschriebenes Blatt und doch einschlägig vorbestraft – so könnte die Polizeiakte von Maryann Cotton aussehen. Sänger Maryann Cotton hört eigentlich auf den Namen Jackie Patino und ist der Sohn des King Diamond Bassers Hal. Kein Wunder also, dass auch die restlichen Mucker mal beim King of Darkness in Brot und Lohn gestanden haben oder es immer noch tun. Musikalisch fühlt man sich allerdings nicht an den schwarz-weißen Wahlamerikaner erinnert. Die Herren beschränken sich eher auf grundsoliden Hardrock mit ordentlichen Glam und Classic Rock Anleihen - allerdings erinnert man melodietechnisch bei "Heaven Sent For Me" schon fast etwas an Savatage. Man legt überhaupt viel Wert auf Melodien, die Gitarren wurden entsprechend zahm gehalten und das Tempo ist auch für ältere Semester annehmbar. Nur hier und da (z.B. „Get It On“) wird es mal etwas riffiger. „Night Train To Paris“ ist eine gelungene Ballade mit Mainstreamcharakter. „Die In Britain“ erinnert anfangs zwar eher an Britany Spears als an Hardrock, kann jedoch durch gute Hooks überzeugen. Bester Song der Scheibe ist vielleicht die eingängige Pianoballade „Maryann“, die dem Album einen runden Abschluss verpasst.
Trotz des Namens haben wir es hier nicht mit einer Mörderscheibe zu tun, aber doch wenigstens mit einem ordentlichen Debüt, welches man getrost antesten sollte - sofern man dem leicht klebrigen Hardrock und großen Frisuren nicht abgeneigt ist.
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