Für die Verwirklichung wurde nichts dem Zufall überlassen. Schweiß und harte Arbeit. Wenn man nicht gerade an den Songs tüfftelte, wurde gearbeitet. Denn es galt, Geld für einen Trip in die Vereinigten Staaten zu verdienen, um das Debütalbum "Still In Balance" in den Chango Studios mit Starproduzenten Cameron Mizell aufzunehmen, der auch schon mit THE WORD ALIVE, SLEEPING WITH SIRENS, A SKYLIT DRIVE, CAPTURE THE CROWN zusammengearbeitet hat. Das war im März des letzten Jahres. Mit dem fertigen Opus im Gepäck ging es dann in Richtung Heimat, wo sich allerdings unvorhergesehener Weise die Veröffentlichung verzögerte, bis sich Redfield Records ihrer annahm.
Zurück zur Frage, ob der Sound von ME IN A MILLION nun wirklich aus der Masse herausragt. Zunächst war ich skeptisch. Die ersten beiden Songs konnten mich noch nicht überzeugen. Zwar sprach die brutale Dynamik und Energie mit überzeugendem Riffing und Breakdowns für sich, gleiches galt für die tiefen, gegrowlten Shouts im Wechsel mit den klaren Vocals, doch der Funke wollte nicht so recht überspringen. Handwerklich sehr gut gemacht, aber eben nichts, was man nicht schon gehört hätte.
Das änderte sich erst mit dem dritten Song 'Get Real Or Die Trying'. Denn neben der gelungenen brutalen Härte, konnte mich hier das melodische Moment für sich einnehmen und mitreißen, darüber hinaus die vielseitigen Songstrukturen. Und nun folgte eine herausragende Brutalo-Hymne auf die nächste: 'Wide Awake', 'These Mountains' oder 'The Life Of Others', um nur einige zu nennen, denen allen gemein ist, dass sie sich organisch im Spannungsfeld von düsterer Brutalität und melodischer Zerbrechlichkeit bewegen. Leider abrupt unterbrochen von 'Disappear', ein Track, bei dem alle hardcorigen Elemente verschwunden sind und nur noch Post überigbleibt (diskoartige Lounge-Klänge). Abgründig! Der Rausschmeißer stimmt einen dann aber wieder persönlich, gibt es da doch zunächst etwas richtig auf die Ohren, ehe uns die hymnische Melancholie wieder verzaubert.
Kurz: ME IN A MILLION haben mit "Still In The Balance" ein gelungenes Erstlingswerk vorgelegt, das man nicht links liegen lassen sollte. Es lohnt sich!