Monster Magnet - Milking the Stars: a Re-Imagining of Last Patrol
Und dann macht man halt ohne den ganz großen Aufwand eine Live-, Best-of- oder Cover-CD und packt ein paar halbgare übrig gebliebene Songs dazu. Bei MONSTER MAGNET-Mastermind Dave Wyndorf sind aber angeblich die halluzinogenen Drogen daran schuld, dass er sich das 2013er Album „Last Patrol“ noch einmal vornehmen musste. Obwohl er ja eigentlich clean ist. Aber das passt wahrscheinlich nicht zum Image.
So werden sieben der neun „Last Patrol“-Songs durch den Fleischwolf gedreht und in ein 60er-Jahre-Opiumhöhlengewand gepackt. Den Titeltrack und das Donovan Cover „Three Kingfishers“ gibt es allerdings nur auf dem Digipack in der Live-Version mit Neu-Basser Chris Kosnik.
Und den Liedern ein 50 Jahre altes Patinagewand zu verpassen funktioniert wunderbar! So ist das Album viel näher an „Dopes To Infinity“ als an Spätwerken wie „God Says No“. Die „I live behind the Clouds“-Neuauflage wurde mit „slightly spaced“ betitelt, was durchaus als untertrieben bezeichnet werden kann. Man schwebt durch Soundeffekte und Hammondorgeltöne in andere Welten.
Das „Paradise“-Antidot „No Paradise for me“ erweitert die Sphären, doch erst „Mindless Ones“ bringt es auf den Punkt: „Brother, can you help me now. I feel my mind is drifting“. Die neuen Songs „Milking the Stars“, “Goliath Returns” und “Let the Circus Burn” fügen sich da perfekt ein.
Nächstes Jahr gibt es dann auch wieder eine Tour. Nach dem auf der letzten das komplette Album durchgespielt wurde, sind diesmal vielleicht wieder zusätzlich die Klassiker dran. Gerne auch im 60er-Stil. Dann aber im Sitzen.
Insgesamt empfiehlt sich das Album als vollwertiger Ersatz für den Gang zum Drogendealer eures Vertrauens, aber als Vollpreis-CD erschließt sich mir nicht der Mehrwert gegenüber dem letztjährigen „Original“. Vielleicht wäre ein Limited Edition-Doppel-CD-Release die sinnvollere Wahl gewesen.