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MORIBUND OBLIVION - K.I.N. - Killer Is Nowhere

VÖ: 01. Dezember 2008   •   Label:  (Block Action Music)


Doch war es in erster Linie die erfrischende Abwechslung von Songs der vier vorangegangenen Alben der türkischen Black Metal-Recken auf ihrer MySpace-Seite, die mich extrem neugierig auf das hier vorliegende Werk „K.I.N.“ machten. Insbesondere die Songs „Varolusun Aldatan Sonsuzlugu“, „Machine Brain“, „New Golden Age“ präsentieren MORIBUND OBLIVION als eine Band, die ihre Inspiration aus dem klassischen atmosphärischen Black Metal der Neunziger zieht und dabei ähnlich wie die eingangs erwähnten Genre-Kollegen auch die Wurzeln ihrer Herkunft mit einbeziehen.
Anspruchsvolle Death Metal-Einflüsse und straighte „Cyber-BM-Nummern“ der Marke ..And Oceans oder Thy Disease zeugen von einem weltoffenen Verständnis für alles, was hinter dem diesseitigen Tellerrand zu finden ist.
Schade eigentlich, dass sich MORIBUND OBLIVION auf „K.I.N.“ mit überhöhter Geschwindigkeit und geradezu prollig in eine Einbahnstraße manövrieren. Denn all jene Attribute, die bei den Kostproben der älteren Scheiben so lobend Erwähnung fanden sucht man hier leider vergebens.
Stattdessen liefern MORIBUND OBLIVION eine nahezu perfekte Blaupause Marduks, zu der Zeit als die Schweden sämtliche Mystik und Melodien gegen den Geschwindigkeits-Egotrip des Herrn Hakanson eintauschten. Klirrender und rasender Black Metal nordeuropäischer Prägung, dazu Vocals, die ebenso hasserfüllt wie eintönig sind, so rauscht Song für Song an mir vorbei. Dabei spielt es keine Rolle ob der Text auf englisch oder türkisch vorgetragen wird. Selbst vereinzelte orchestrale Passagen und sogar der bei „Geriye Don“ eingebaute cleane Gesang vermögen es nicht, für Auflockerung zu sorgen.
Letzteres könnte nicht zuletzt an der mörderischen Produktion von „K.I.N.“ liegen, die zwar laut wie die viel zitierte Hölle ist, sich aber auf Dauer als ebenso steril, künstlich aufgepumpt und leblos entpuppt. Black Metal sollte von Stimmungen, Gefühlen und von einer, sich durch die Musik entfaltenden dunklen Seele leben und diese findet man weder in den Songs noch im Sound des Albums.
Fazit: Es gibt mit Sicherheit einiges an interessantem Material von MORIBUND OBLIVION zu entdecken. Ob „K.I.N.“ dazu das passende Einstiegsalbum ist, wage ich zu bezweifeln. Potential ist auf alle Fälle vorhanden.
Für Marduk-Anhänger, die sich nach der „Legion-Phase“ der schwedischen Panzerdivision zurück sehnen, dürften die Türken auf ihrem derzeitigen Weg allerdings eine echte Alternative sein.


www.moribundoblivion.net
www.myspace.com/moribundoblivionband
www.blockactionmusic.de
www.myspace.com/blockaction

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