Aber Kenner wissen natürlich, dass es sich bei Nasty Idols um die Big Hair Band aus Malmö, Schweden handelt. Das Quartett, das 1989 mit "gigolos on Parade" auf sich aufmerksam machte, nutzt die derzeitige Renaissance des Schmink'N'Roll ebenfalls für ein Comeback. Während der Opener "Rock Out" bestensfalls als "ganz solide" zu bezeichnen ist, regiert beim schleppenden Titeltrack "Boys Town" mehr oder weniger langeweile. Wäre dies dier Werbesong für besagt Stadt, würde ich wohl lieber in die "Girls Town" oder vielleicht sogar ins Smâland zu Ikea gehen.
Doch es gibt einen Schimmer am Horizont und mit "Method To my Madness" beginnt man nun auch endlich mal zu rocken. Der Song erinnert an Mötley Crüe, aber auch an die Landsmänner von Maryslim. Auch "Scar For life" kann durch ein zackiges Marschtempo und gute Melodien überzeugen. Dann gibt es mit "Nite Like This" einen halbakustischen Midtemposong, bevor mit "Chrashlanding" wieder tüchtig durchgestartet wird. Schließlich gibt es mit "48 Hours" sogar einen Kraftakt in Bluestaktung, der fast ein wenig an Great White erinnert.
Erinnert man sich an den verpatzten Start der CD, so ist man doch überrascht, wie kraftvoll die Herren zum Ende heraus werden: "It's not love" und "Need The Nite" geben ordentlich Gas und sind auch produktionstechnisch irgendwie druckvoller als das scheddrige Riff in "Rock out". Die abschließende Balalde "It Ain't Easy" enthält zwar die Elemente einer typischen Sleaze Ballade, aber leider nur wenig Herz. Da ziehe ich mir lieber Wingers "Miles Away" rein.
Zwar klingt Sänger Rikki seinem Kollegen von Crazy Lixx nicht unähnlich, insgesamt kommen die "Nasty idols" aber an die Qualität einer Scheibe wie "Loud Minority" nicht heran. Wer hingegen mit dem letzten Mötley Crüe Output nicht so richtig warm geworden ist, der findet vielleicht hier sein Glück.
"Boys Town" ist eine okaye Sleaze Rock Scheibe mit einigen guten Riffs und Melodien, aber das Songwriting ist im Vergleich zu anderen Scheiben nicht wirklich zwingend. Dafür ist das Cover super. Gibt's die Scheibe jetzt eigentlich auch als großformatiges Vinyl, oder was?
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