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Neglected Fields - Splenetic

VÖ: 22. Mai 2006   •   Label:  Aghast Recordings
04. Januar 2007

Es sieht so aus, als habe auch hier das Orbituary-Phänomen gegriffen: Lyrics schreiben, die sich „cool“ anhören sollen, aber keinen tieferen Sinn haben müssen. Nur, dass Neglected Fields-Texter und -Sänger Destruction kein englischer Muttersprachler ist und neben delirischem Gesabbel auch noch die witzigsten grammatikalischen Konstruktionen einbaut. So verkommt der textlich wohl angestrebte „apokalyptische Prophet“ zum dunkel angepinselten Pausenclown. Schade eigentlich.
Dabei ist die Mucke stellenweise sehr nett. Nach einem nervigen Fiepton-Intro empfängt den Hörer mit „The Spectator“ zunächst eine brettharte Riffwand, in der sich zunächst kaum der Takt finden lässt. Der Track wechselt jedoch recht schnell zu dem für das Album charakteristischen, straighten Dark (oder düsterem Power) Metal mit kleineren Death/Thrash-Einflüssen. Ohne Booklet sind die Texte glücklicher Weise selten zu verstehen – dafür sorgen schon Destructions extrem raue, harsche Vocals, zu denen sich im Hintergrund gelegentlich dunklere Growls gesellen. Ebenfalls aus dem Hintergrund bearbeitet Herr George seine Keyboards, die mit einer Menge interessanter Samples gefüttert wurden und dann und wann für stimmige Begleitung sorgen. Einen ersten Höhepunkt erreicht das Album mit dem Titel „Ov Snake“, der zunächst sehr powermetallisch in den Uptempo-Bereich losprescht, um sich dort mit Orgelklängen und Hintergrundkeys zu einer mal bedrohlichen, mal epischen Schrammel-Orgie zu verbinden (und – siehe da – hier sind die Texte einmal nicht ganz so idiotisch [grins]). Auch danach wird das Album nicht langweilig, wenngleich „The Cosm…“ mit seinem nervigen Konserven-Piano am Ende und der Anfang von „Splenetic/Confusion“ durch die Verwendung des tausendmal gehörten „Gewitter mit Regen-Intro“-Klischees ein wenig in die Länge gezogen wird: „For Those Beneath Me“ zeichnet sich durch eine gewisse Epik und Groove aus, mit „Triplicity“ ist ein kleines, sehr ruhiges Instrumental vertreten, und „Khert Neter“ gibt zum Schluss nochmals gut auf die Glocke.
Letzten Endes bleibt eine kleine Enttäuschung über die Buchstabenverschwendung im Booklet zurück. Da die Mucke aber wirklich einiges Nettes zu bieten hatte, verbrennt der Rezensent an dieser Stelle einfach das Booklet – und gibt sich noch eine Dosis „Splenetic“.

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