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Nekrarchon - Gehinnam

VÖ: 26. Mai 2016   •   Label:  F.D.A. Rekotz

Ehe es aber um dieses Album geht, gebührt erstmal dem Label alle Ehre. ´Gehinnam´ ist das 100 Release auf F.D.A. Rekotz. Was eher mit Grind begann, ist heute das deutsche Label für Old School Death Metal unterschiedlichster Richtungen. Exemplarisch seien nur mal CHAPEL OF DISEASE, SKELETAL REMAINS, ENTRAILS oder DESTED FFEAR genannt, die ihre ersten Scheiben bei F.D.A. veröffentlicht haben. Gestandene Bands unter Vertrag nehmen, das kann jeder. Sie zu entdecken ist etwas anderes. Das Label war für mich in den letzten Jahren das Trüffelschwein unter den Plattenfirmen.

Da ist es umso bedauerlicher, dass das Label mit einem eher mäßigen Release rundet. NEKRARCHON sind von Sound und Qualität untypisch für die Wriezener. Die erst 2014 gegründete Band musiziert unter der Überschrift Black Metal. Allerdings wird hier nicht in High Speed Manier durchgeknüppelt; der Großteil ist eher schleppend gehalten.
Bei dieser Musik geht es für mich in aller erster Linie um die Atmosphäre und wenn das textliche Konzept als geprägt von „introversion, nihilism, skepticism & transcendentalism revealed through dark rites“ angekündigt wird, geht das in die richtige Richtung. Diese Inhalte sind wie die gelieferte Musik nichts wirklich Neues in diesem Genre.
NEKRARCHON bemühen sich wirklich. Jeder, der sich mit Arbeitszeugnissen auskennt, weiß, was das bedeutet. Die Griechen schaffen eine Geschichte, um die sich die Texte drehen; das aus zwei Perspektiven betrachtbare Cover ist dunkel und hintergründig. Zu Beginn und zwischen den Songs gibt es immer wieder düstere Intros. All das reicht nicht, denn musikalisch ist vieles nicht schlecht, mir aber zu durchschnittlich. Grundsätzlich bin ich ein Freund von kurzen Pausen zwischen den Songs, die der Stimmung zuträglich sind. NEKRARCHON halten die Pausen auf dem Debüt kurz, auch dadurch fallen Brüche in der Platte auf. Die Übergänge zwischen ´Repentance´ und ´Merge´ sowie ´Baptism und Chrism´ sind solche Brüche, die der Atmosphäre abträglich sind. Bei ´Chrism´ versucht die Band dann auch erhabener zu klingen, was nicht wirklich funktioniert. Mir ist der Song zu nett und das sollte einer Platte dieses Genres nicht passieren.

Ich habe bei ´Gehinnam´ das Gefühl, dass etwas bewusst geschaffen und nichts raus gelassen wurde, was da ist und raus musste. Kurz gesagt, zu viel Kopf und zu wenig Bauch. So bleibt unterm Strich ein durchschnittliches Debüt, das mich auch nach mehreren Durchläufen nicht wirklich packen kann. Schade, die gleichzeitig erscheinende neue DEHUMAN REIGN wäre für das Label-Jubiläum wesentlich angemessener gewesen.

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