Gerade das schätze ich an OPHIS. Sie machen weiterhin konsequent einen Bogen um Keyboards, Streicher, klaren Frauengesang und anderes, was Kitschpotential enthält. So wird der bittersüße Geschmack dieses Genres nicht plump übertüncht. Das Ergebnis ist, dass OPHIS weiterhin gleichzeitig düster, melancholisch und kraftvoll klingen. Wir haben es nicht mit vier Trauerklößen zu tun. Wenn es ruhiger zur Sache geht, sind akustische Gitarren und ruhigere gesprochene Vocals die Mittel der Wahl. Während der schweren, eindringlichen Doomwalzen sorgt die Leadgitarre immer wieder für einen Silberstreif am schwarzen Horizont. Richtig stark ist das Quartett auch dann, wenn die beiden Sechssaiter gleichzeitig akustisch und verzerrt spielen. Das macht Tracks wie ´The Perennial Wound´ zu absoluten Perlen. Wie auf dem letzten Album drücken OPHIS auch auf dem aktuellen Album beim Rausschmeißer kurzzeitig richtig aufs Gas, was der Atmosphäre keinen Abbruch tut und verhindert, es sich in der wohnlichen Melancholie allzu gemütlich zu machen.
OPHIS liefern einmal mehr den passenden Soundtrack zur dunklen Jahreszeit. In diesem Fall rate ich mal nicht zum schmucken Doppelvinyl sondern zur CD. Wenn es eine Packungsbeilage gäbe, stünde sicher vermerkt, dass ´Spew Forth Odium´ ohne Ablenkung und in einem Zug genossen werden sollte. Dann entfaltet das Album die größte, sehr wohltuende Wirkung.
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