Overtorture - A Trail Of Death
Da wäre zum einen der martialische Name der Band OVERTORTURE, zum anderen findet sich der für dieses Genre typische "Tod" im Albumtitel wieder. Und wenn dann die körperkunst- und fotographieaffine Teil der Metalgemeinde erfährt, dass das furchteinflößende Albumcover von dem Tattoo-Künstler Henry Pyykkö (a.k.a. MrDist) erschaffen wurde, sollte es auch um ihn geschehen sein.
Aber das sind natürlich nur Äußerlichkeiten. Auch wenn einige Zeitgenossen behaupten, dass selbige ausreichten, weil das Innere schon nachwächst, ist natürlich das Gegenteil richtig. Und mit inneren Werten wird auf "A Trail Of Death" nicht gekleckert, sondern geklotzt. Wenn Riffs töten könnten, hätte man es hier mit einem wahren Blutbad zu tun, so sehr wird hier in brutal-aggressiver Manier dem Gott des Metzelns, Zerfleischens und Verstümmeln ein Opfer gebracht, immer wieder genüsslich verlangsamt und herausgezögert durch entschleunigte groovige Passagen und Partien ('Maggots In Her Head').
Hinzu kommt eine überaus unheilvolle, düstere Atmosphäre, erschaffen durch einen Hauch finsterer Melodik. Leidende, opfervolle Soli ('Slither Inside') tun vor diesem Hintergrund ihr Übriges. Darüber hinaus stellt sich mit den ersten Tönen sofort eine hypnotische Ergriffenheit ein, verursacht durch die innere Dynamik der Songs und den priesterhaften, infernalen Growls. Nahezu hymnisch wird es in 'The Night Sky', eben "catchy" mit einem hohen Eingängigkeitsfaktor nach Art des Todesmetal! Programmatisch für den authentischen, unverstellten, ungekünstelten Sound steht natürlich der titelgebende Track, der zudem die ungeahnte Vielseitigkeit des Sounds unter Beweis stellt, ohne dass sich die Schweden in irgendeiner Weise an den Zeitgeist anbiedern müssen. Spätestens ab da sollte auch dem Letzten klar sein, dass man an diesem Opus nicht vorbeikommt.
Fazit: Mit "A Trail Of Death" legen OVERTORTURE das wahrscheinlich beste Death Metal Album seit "Grand Morbid Funeral" von BLOODBATH vor. Oder um es mit Blakkheim (BLOODBATH/ KATATONIA) zu sagen „If you’re looking for killer riffs, savvy hooks and dark classic death metal, say hello to Overtorture!”