So, wie die Pest in diesen Jahren alle bisherigen Gewissheiten ungewiss werden ließ ("Slain the invincible" würde Nick Holmes von PARADISE LOST singen) und unterschiedlichste Reaktionen wie orgiastische Hingabe an das Leben oder Abkehr in die monastische Einsamkeit hervorrief, so vielfältig kommt auch das Album der aus dem Süden Deutschlands stammenden Metaller daher, die sich voll und ganz der Melange aus Black und Death Metal verschrieben haben.
Das kann man nach dem Intro "Imagines Pestis" gleich mit dem ersten Kracher "Black Death" vernehmen, der überaus schwarzmetallisch mit typischen dynamischen Blastbeats, typischer diabolischer Melodik und typischen krächzenden Vocals beginnt, durch die infernalen Growlings und bisweilen auch durch die Riffs die todesmetallische Einschläge aber nicht leugnen kann.
Teuflische Eingängigkeit im Verein mit dynamischer, aggressive Härte dominiert in 'Lurking Shadows', während 'Blood Of My Blood' durch Variabilität punkten und den Zuhörer auf eine Achterbahnfahrt des Schreckens mitnehmen kann. In '(Un) Holy Heresy' stellen PAINFUL zudem ihr Händchen für schwarzmetallische Melodien unter Beweis, die hier fast schon in den Bereich des Hymnischen gehen. Weltklasse. Da kann man sich den damals weit verbreiteten Totentanz ohne Schwierigkeiten vorstellen. So muss Black Metal. Dann klappt es auch mit dem Nachbarn.
Etwas eintöniger, dadurch aber auch sphärischer und intensiver kommt der Track 'Engelmacher (The Abortionist)' daher, Ähnliches gilt für 'A Cruel Streak' und 'Chaos Ressurection', auch wenn hier das Mehr an Brutalität und Tempo eine musikalische Schneise der Verwüstung hinterlässt. Schön brutal und zugleich von anmutiger Düsternis ist der Song 'Amored Faith', der programmatisch das Beste des Black und Death Metal vereinigt, ehe der Rausschmeißer 'Death And Despair' noch einmal den mitreißenden, leicht groovigen Riffs und der höllischen Infernalität ein Denkmal setzt. Super Song!
Fazit: Mit "Imagines Pestis" ist es den aus süddeutschen Landen stammenden Metallern von PAINFUL gelungen, ein überaus gelungenes Black Metal Album zu erschaffen, das durch merkliche Anleihen beim Death Metal eine ungeheure Intensität und Tiefe erhält und das darüber hinaus die verschiedensten Erscheinungsformen der im Mittelalter wütenden Pest musikalisch gekonnt umzusetzen vermag.