Wie schon der Vorgänger „Destination: Downfall“ ist auch „The Threshold Diaries“ ein dickes Brett zwischen melodischem Death, Thrash und Dark Metal. Irrwitziger Weise hat man auch diesmal kein Label gefunden, und so ist auch der Zweitling des flotten Fünfers wieder selbstfinanziert. Wer jetzt befürchtet, die Sound-Qualität sei dadurch nur wenig besser als ein Fernseh-Störbild, liegt (glücklicherweise) daneben: Aufgenommen im Stage One Studio, in dem auch schon die Apokalyptischen Reiter, Callenish Circle oder Legion of the Damned ihre Orgien in Scheibenform brachten, bietet „The Threshold Diaries“ eine saubere, krachende Produktion.
Musikalisch zeigt sich „The Threshold Diaries“ angenehm experimentierfreudig: Man merkt recht schnell, dass man es hier mit Liebhabern technisch ausgefeilten Death Metals zu tun hat, die sich auch nicht scheuen, ein wenig von Genre-Begrenzungen abzuweichen. So tendiert etwa die Midtempo-Nummer „Promises in Stone and Fire“ stark in Richtung atmosphärischen Dark Metals mit kleineren doomigen Passagen. Grundtenor des Albums bleibt dennoch mal melodischerer, mal roher Death Metal auf hohem Niveau, der dem Blut-und-Eingeweide-Sandkasten endgültig entwachsen ist, ohne seine Schärfe verloren zu haben. Und mit Sänger Manuel haben PoG eine Frontröhre am Start, die auch mal weiß, wann sie die Klappe halten muss. Durch die ruhigeren Teile zweier Tracks flüstert er sich auch einmal, nur um dann umso heftiger aufzudrehen.
Problematisch scheinen mir nur die zwei kleinen Keyboard-Interludien. Sicher kann das Album ein wenig Auflockerung vertragen. Allerdings nehmen sie dem Album viel von seiner Geschwindigkeit, und besonders das Zweite der beiden klingt erz-künstlich. Die restlichen Nummern entschädigen dafür umso mehr mit abwechslungsreichen Brechern wie dem stampfenden „Metropolis Rotting“ oder „Another Hell Unearthed“. Walk the Path of Golconda – da, wo’s noch stilvoll auf’s Maul gibt!
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