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Phillip Boa And The Voodooclub - Earthly Powers

VÖ: 09. August 2018   •   Label:  Cargo Records
Das bringt natürlich die Schwierigkeit mit sich, dass man sich für die zwölf Songs Zeit nehmen muss. Denn „Earthly Powers“ kommt zunächst wie ein Rohdiamant daher, der nach jedem Hören mehr geschliffen wird und somit zunehmend an Strahlkraft gewinnt.
Da ist zunächst der Opener 'A Crown For The Wonderboy', der in typischer BOA-Manier Kraft, Dynamik und Hymnik vereint und auch nicht ohne die obligatorischen hintergründigen weiblichen Vocals auskommt, die dieses Mal von Nadine Axisa stammen. Ein Klassiker. Klassisch ist auch die zweite Single-Auskoppelung 'Nightclub Flasher', eine melodische und eingängige Gute-Laune-Hymne.

Dann sind es beim ersten Durchlauf aber vor allem die ruhigen und nachdenklichen Songs, die aufgrund ihrer Tiefe und Intensität nicht nur über einen unentrinnbaren Gänsehautfaktor verfügen, sondern auch das Potenzial haben, den Zuhörer aus der Gegenwart in eine zeitlose Gedankenwelt zu beamen. 'Drown My Heart In Moonshine' besticht in diesem Zusammenhang durch seine festlichen Streicher und wehmütigen Bässe, 'Strange Days After The Rain' könnte in einem Film von Tarentino als Untermalung dienen, der Rausschmeißer 'Dirty Raincoat Brigade' schließlich zieht alle Register in Puncto Herz-Schmerz.

Übertroffen werden diese Tracks aber auf jeden Fall durch das phänomenale 'Cruising', das in einer gekonnten Gratwanderung Sehnsucht und Wehmut auf der einen, Hoffnung und verhaltenen Optimismus auf der anderen Seite bietet. Hammer! Doch auch die krachigeren Songs wie das straighte, direkte 'The Wrong Generation', das quirrlige 'Silicon Men' oder das experimentellere 'Moonlit' können mehr als überzeugen!
 
Fazit: PHILLIP BOA AND THE VOODOOCLUB scheinen wirklich die letzten zu sein, die ihrem Genre „Indiependent Rock“ treu geblieben sind und die sich von den Großen der Musikindustrie nicht korrumpieren lassen haben. Denn mit „Earthly Powers“ legen sie einen Longplayer vor, der so anders, so einzigartig und so kompromisslos ist, dass hier die Bezeichnung genuin eigener Sound wirklich zutrifft. Avantgarde trifft Alternative Rock, zumal BOA immer wieder für musikalische Überraschungen gut ist. Ein wirklich grandioses Album!
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