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Pitbulls In The Nursery - Lunatic

VÖ: 24. Februar 2006   •   Label:  Black Lotus

ören nicht verkneifen kann. Diese Musik einzig in das Genre Metal zu stecken kommt dem Versuch gleich, einen prall gefüllten Luftballon unversehrt durch ein Nadelöhr befördern zu wollen: Es ist die Mühe einfach nicht wert – oder zumindest gehört einiges an Ehrgeiz zu diesem Vorhaben. Die Band hat uns aber glücklicherweise selbst eine Schublade zur Verfügung gestellt, in der sie ohne Probleme Platz findet (und es sollte ihr schwer fallen, hier Konkurrenz zu finden) – Hight-Tech-Brutal-Jazz-Death-Thrash. Dieses doch recht eigene Wortkonstrukt wirkt zwar auf den ersten Blick fast schon einschüchternd, nachdem die CD aber erst mal läuft, sind jedoch alle Befürchtungen wie weggefegt und ich stürze mich voller Erwartung auf dieses gewagte Mischmasch von eigentlich sehr unterschiedlichen Musikstilen. Wobei Mischmasch an dieser Stelle wirklich das falsche Wort ist, denn aller schlechten Vorahnungen zum Trotz bewerkstelligen PITN es, die separaten Aspekte ihrer Musik für sich sprechen zu lassen, sodass von einem heillosen Chaos bei weitem nicht die Rede sein kann. Kontrolliertes Chaos trifft es hier wohl eher. Bedrohliches Intro, gnadenloses Geprügel, plötzlich ein paar Off-Beats und Disharmonien, abgelöst von einigen jazzigen Riffs – Sich wiederholende Muster sucht man vergeblich. Auf mich macht es ein wenig den Eindruck - und das ist jetzt nicht abwertend gemeint - als hätte jeder der fünf Musiker unter Einfluss bewusstseinserweiternder Drogen sein Musikinstrument eingespielt, ohne sich währenddessen darüber im Klaren zu sein, dass er Teil einer Band ist. Das eigentlich seltsame ist allerdings, dass trotz dieser anscheinend fehlenden Abstimmung auf einen Rhythmus, eine Spielart oder auch nur einen Stil dennoch alles irgendwie ineinander fließt und zueinander passt. Von einem Schwarmbewusstsein zu sprechen ist hier vielleicht doch zu viel gesagt, eine gewisse Genialität kann man dem Quintett aber nicht ausschlagen. Mir jedenfalls ist schleierhaft, wie man eine solch exotische Stilrichtung erschaffen kann, ohne dabei lächerlich zu klingen. Freunde der harten bis sehr harten Gangart, die experimenteller Musik gegenüber aufgeschlossen sind, können sich an dieser Scheibe ruhig versuchen. Alle anderen sollen mir nicht vorwerfen, ich hätte sie nicht gewarnt! Denn sind Pitbulls In The Nursery in meinen Augen auch eine wirklich gute und abwechslungsreiche Kombo, so sind sie doch garantiert nicht jedermanns Sache! (Lennart von Schwichow)

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