Da ist sie wieder, die Frage nach dem Genre. Ist das wirklich Punk, was PRETTY HURTS machen? Oder doch eher Alternative Rock mit Punk-Anleihen? Das kann dann ja auch jeder selber entscheiden. Was man auf jeden Fall feststellen kann, ist, dass die Band Potenzial hat. Während der Opener 'Acceleration' trotz seiner druckvollen Bassläufe und den schrammelnden Gitarren noch überaus punkig daherkommt, bietet uns der zweite, nicht einmal eine Minute dauernde Track 'Hypnagogic Hallucinations' herrlich melodischen Krach.
Dass die Neuseeländer von DIE!DIE!DIE! als Referenz genannt werden, ist bei den ersten beiden Songs schon erahnbar, bei dem melancholisch, dynamischen 'Hurts' ist das dann aber nicht mehr von der Hand zu weisen. Ein Song, der die Untergrund-Klubs nicht nur der Republik zum Ausrasten bringen könnte. Krachige Energie in Reinform, bei der besonders das analoge, ungeschliffene Soundgewand überaus einnehmend ist. Etwas ruhiger, dafür aber um einges melancholischer kommt dann 'Everybody' daher und verbreitet eines ganz besonders ambivalente Stimmung zwischen Froh- und Wehmut, die man in dieser Form nur von den früheren SMASHING PUMPKINS kennt. 'Moving Fast' ist dann wieder ein Fall für die Krachforschung, auch wenn immer wieder melodische Elemente den Durchbruch schaffen, bevor uns das druckvolle 'Ambition' wieder die schon genannten DIE!DIE!DIE! ins Gedächtnis ruft, wobei durchaus auch eigen Akzente im Songverlauf zu beobachten sind.
Kurz: PRETTY HURTS beweisen mit ihrem Demo "Make Graves", dass sie in der Lage sind, sich den innovativen Sound von DIE!DIE!DIE! anzueignen und durch eigene Akzentuierungen zu einem eigenen Sound weiterzuentwickeln. Das zeugt von einem gewaltigen Potenzial. Man darf gespannt sein, was die Zukunft bringt.....
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