Dabei gibt sich das Quartett aber nicht nur melancholisch der Nostalgie hin, sondern es zelebriert seinen grungig angehauchten Sound mit einer unbändigen Dynamik und Energie, wie z. B. der Track 'Sunshine' unter Beweis stellt. Da trifft dann die herrlich kraftvolle Rotzigkeit der Grunge-Riffs auf eine schwebend leichte Loungigkeit. Ganz anders verhält es sich in 'Just Tell Me', ein Song, der zunächst eine OASISmäßige Leichtigkeit verbreitet, die mitunter auch an FILTERs 'Take A Picture' gemahnt, ehe sich richtig tiefgründige, leidenschaftliche, melodische Intensität Bahn bricht. Hammer Mischung!
Herrlich eingängig im Verein mit einer Prise Wehmut ist zudem der Rausschmeißer 'Slide Away'. NIRVANA lassen in 'Go To Hell' etwas grüßen, auch wenn es im leicht gequälten Refrain um einiges melodiöser zugeht und auch die Soli so nicht möglich gewesen wären. In 'Diseased Almost' zeigen PUDDLE OF MUDD dann in eindrucksvoller Manier, wo ihre Wurzeln sind. Denn mehr Old-School-Grunge ist kaum möglich. Natürlich darf eine lovely Powerballade nicht fehlen. Diese Rolle übernimmt 'My Kind Of Crazy', ein Track, der auch auf jedem Soundtrack einer „Coming-of Age-Komödie“ zu finden sein könnte.
Fazit: PUDDLE OF MUDD haben mit „Welcome To Galvania“ ein überaus abwechslungsreiches Alternative-Rock-Album mit starken Grunge-Einschlägen erschaffen, das durch seine tiefgründige Emotionalität, seine grungige Old-Schooligkeit, seine mitreißende Dynamik und seine melodiöse Eingängigkeit durchaus zu überzeugen und eine gekonnte Balance zwischen kraftvoller Leichtigkeit und intensiver Emotionalität zu halten vermag.
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