Ravens Empire - Vae Victis
ag zu bieten hat. Die fünf Lieder auf dieser MCD (schöne Aufmachung übrigens!) könnte man durchaus in drei Bereiche einteilen: „Sehr gelungen – oberer Durchschnitt“, „annehmbar - Durchschnitt“ und „weniger gelungen – etwas unter dem Durchschnitt“.
Zum ersten Bereich zählen für mich ganz klar das geniale Intro, welches festliche Keyboards zu bieten hat, die in Tradition solcher Bands wie MENHIR oder BERGTHRON jede Menge hymnisches Feeling verbreiten, sowie das Outro, das mich auf irgend eine Art und Weise sehr an BURZUMs „Den onde kysten“ (Intro von „Det som engang var“; in welchem ähnlich bedrohliche Keyboardklänge zu vernehmen sind!) erinnert.
Zum zweiten Bereich zählen die ersten beiden „richtigen“ Stücke „Die Eiche“ und „Verfall“. Hier bekommt der Hörer kalten und schnellen aber dennoch hymnischen Black Metal zu bieten, welcher irgendwo in der Schnittmenge zwischen DIES ATER (vor allem der Gesang erinnert sehr an die Berliner Band!), BERGTHRON und DUNKELGRAFEN (zu ihren guten Zeiten) liegt, sprich heiseres Gekreische (meistens recht hoch, wenn es in tiefere Stimmlagen geht, weiß der Sänger nicht zu überzeugen!), schön sägende Gitarren, die recht gute Riffs zu bieten haben und ein bollernder Drumcomputer, der zwar nicht das Gelbe vom Ei ist aber immerhin anständig programmiert wurde.
Während das Stück „Verfall“ auf ganzer Linie überzeugen kann (polternder Doublebasspart wechselt mit rasenden Blasts), macht sich bei „Die Eiche“ recht bald Eintönigkeit breit, da das gesamte Lied aus nur einem Takt besteht. Anfangs machen die Gitarren und die „Drums“ noch richtig Druck und gehen gut nach vorne los, aber da das gesamte Lied ein einziger Blastbeat ist, geht dieses Feeling leider recht schnell verloren.
Zum dritten Bereich schließlich zählt das vorletzte Stück, welches zugleich Titelstück ist. Die hier dargebotene Musik ist anfangs alles andere als Black Metal und klingt sonderbar modern. Hinzu kommen bei diesem Lied komischerweise absolut unterirdische Vocals, die mich rein gar nicht zu begeistern wissen, was angesichts der ordentlichen Leistung des Sängers in den anderen beiden Stücken schon recht verwunderlich ist! Wahrscheinlich stammt dieses Stück aus einer früheren Aufnahmesession, klingt doch auch der Sound bei diesem Stück eine ganze Ecke dumpfer. Dem Ganzen wird allerdings durch ein plötzliches Donnersample ein Ende bereitet. Danach klingt einfach der ganze Song besser: Es ist lauter, der Sound ist besser, die Stimme weiß wieder zu überzeugen und auch die Musik lässt sich eindeutig als Black Metal kategorisieren, die Gitarren zaubern sogar ein sehr gutes Riff aus den Saiten! Wie das nun zustande kam ist mir zwar völlig unklar, soll mir aber sehr Recht sein!
Auch, daß Lied zwei und drei jeweils ein- und ausfaden (sagt man das so?), sprich nie ausgespielt sind, verwirrt mich ein wenig, bestätigt mich aber in der Vermutung, daß wir es hier mit zwei verschiedenen Aufnahmesessions zu tun haben!
Aus lyrischer Sicht sichert man sich zwar keinen Platz neben Varg und Fenriz in der Ehrengalerie der Schreiberlinge, versteht sich aber trotzdem darauf, gute Lyrics zu Papier zu bringen und auch soundtechnisch kann man angesichts der sicherlich nicht gerade opulenten Aufnahmemöglichkeiten noch mal ein Auge zudrücken, auch wenn ich mir hier und da etwas mehr Druck gewünscht hätte (vom Schlagzeug hört man fast nur die Snare!).
Alles in Allem also ein durchaus gelungener Einstand dieser Formation, welche zwar noch einiges zu lernen hat aber dennoch unsere Unterstützung verdient. Anfordern könnt ihr diesen auf 100 Stück limitierten, rund 20-minütigen Rohling, welcher übrigens professionell bedruckt wurde und zudem mit Hochglanzcover daherkommt, unter