Zwar bringt es das Zweitwerk der Nordlichter gerade mal auf eine durchschnittliche Songlänge von knappen 3.70 Minuten, was bei sieben Songs dann auch zu einer überschaubaren Gesamtlänge des Albums führt. Aber dafür wird amtlich geprügelt und gehämmert. Während der Opener und Titeltrack traditionelle Elemente des Death Metal und moderne Core Elemente unter einen Hut zu bringen versucht, gelangt man am Ende der Scheibe mit „Freakshow“ zu einer hörenswerten Mixtur aus LORDI und technischen Todesbleisounds. Insgesamt sind die modernen Elemente der Scheibe vor allem in den messerscharfen Stakkatoriffs des Gitarrenduos wiederzufinden. Schreihals Jouni Matilainen grunzt oder schreit wahlweise ins Mikro und die Rhythmusabteilung treibt die Truppe ordentlich nach vorne. Unterm Strich dürften RE-ARMED zwar auch für die die entstellte Metalcoregeneration hörbar sein, ihren Schwerpunkt haben die Jungs aber doch eher im traditionellen technischen Death Metal und Grindcore, dem sie dann auch noch ein paar Thrash Riffs beimischen. Stärkster Song der Scheibe ist zwar „Freakshow“, doch auch der Rest kann durchaus überzeugen. Es soll ja Momente geben, in denen man gerne mal ‚nen Stuhl oder Mülleimer durch das Zimmer kicken möchte. Eben dies tun RE-ARMED auf musikalische Weise. So viel ist jedenfalls klar, hält man einem möglichen Kontrahenten die Box vors Gesicht, so dürfte ihn die zur Faust geballte Aggression der Songs mit einem Schlag zu Boden strecken.
Na ja, und wenn schon der Kollege Lison, auch wenn er derzeit manövrierunfähig als verlorene Seele im Meer der musikalischen Unzurechnungsfähigkeit herumdümpelt, dem Debüt der Finnen quasi den Lenin-Orden in Silber an die Brust heftete, kann ich mich dem ja wohl kaum widersetzen. Somit gehört also auch das Zweitwerk von RE-ARMED in jede gut sortierte Musiksammlung.
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