REVEREND HORTON HEAT war nie eine ganz klassische Rockabilly Truppe. Allein, dass die Band ihr erstes Album beim Grunge Label Sub Pop veröffentlichte ist ein Beleg dafür. Auch fast 25 Jahre nach Bandgründung zeigen sich die Texaner erfreulich facettenreich. Auf ´Rev´ finden sich klassische Rock ´n´Roll Nummern (´My Hat´), flotte Rockabilly Nummern (das großartige ´Smell Of Gasoline´ oder ´Longest Gonest Man´), etwas Horrorpunk (´Zombie Dump´) und ´ Hardscrabble Woman´erinnert mit seinem Boom-Chicka-Boom-Rhythmus an Johnny Cash zu seinen Anfangstagen. Dann und wann gibt es bei den schnelleren Tracks sogar dezente Doulbebass Einsätze. Diese Mischung macht das Album erfreulich kurzweilig und gut hörbar. Hat die Missionierung also funktioniert? Nicht ganz, denn es gibt grundsätzliche Werte der Rockabilly Gemeinde, die ich nicht ganz teile. Mir sind die Gitarren bei dieser Spielart einfach oft zu fisselig und könnten etwas mehr Druck vertragen. Da ist mir die verzerrtere Ausgabe, wie sie beispielsweise The Bones spielen, näher. Und auch einige Gitarrensoli nagen doch an meinen Nerven, aber auch das ist typisch für das Genre. Unterm Strich ist ´Rev´ das Beste, was ich seit längerem aus dieser Stilrichtung gehört habe und die Platte lief doch recht regelmäßig. Für mich bleibt es aber eher eine Vorabendmesse, während es für Genrefans wohl ein Hochamt sein dürfte.
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