O_S_T_ - Rock of Ages
Die flache und doch unterhaltsame Geschichte um Ruhm und Reichtum und um Liebe und Enttäuschungen dreht sich um den abgefuckten Glam Rocker Stacee Jaxx (Tom Cruise), den alternden L.A. Clubbetreiber Dennis Dupree (Alec Baldwin) und die aufstrebenden Rocksternchen Drew Boley und Sherrie Christian. Eine filmische Zeitreise in die Zeit des unbeschränkten Haarspraygebrauchs, der großen Frisuren, der tuntig geschminkten Rockgrößen und vor allem der großen Melodien in der Rockmusik. Der hochkarätig besetzte Film über die Hochzeit des Big Hair Metal in Los Angeles Ende der 80iger Jahre ist ein Pflichtprogramm für jeden Fan des Genre.
Der Soundtrack zu einem solchen Film kann ja nur grandios sein, immerhin gibt es Songs von Def Leppard, Foreigner, Journey, Poison, Warrant, Twisted Sister, The Scorpions, REO Speedwagon, Jefferson Starship, Pat Benatar, Joan Jett, Guns’N‘Roses Extreme, Bon Jovi, Whitesnake & Co zu hören. Ein El Dorado für den Haarsprayverwöhnten Sleaze Rocker also. Doch der Soundtrack wäre wenig spektakulär, wenn das Label einfach die entsprechenden Songs in ihren Originalversionen zusammengestellt hätte. Ganz im Sinne der ursprünglichen Musical Idee, performen alle Schauspieler die entsprechenden Songs, so hören wir etwas Tom Cruise in „Paradise City“, „Pour Some Sugar On me“ oder „Wanted Dead Or Alive“, Catherine Zeta-Jones und Russel Brand in einem „We Built This City/We’re not gonna take it“ Mash-Up oder Alec Baldwin mit Russel Brand in „Can’t Fight This Feeling“. Ein weiterer Pluspunkt des Soundtracks sind die verschiedenen Mash-Ups von Songs, d.h. es wird nicht nur ein Medley vorgestellt (obwohl es das auch gibt, z.B. „Sister Christian/Just Like Paradise/Nothing But A Good Time“), sondern die Songs werden alternierenden miteinander verbunden, z.B. „Juke Box Hero/I Love Rock’N’Roll“ oder „More Than Words/Heaven“. Heraus kommen grandiose Tondokumente einer längst vergangenen Zeit der Unbeschwertheit und der großen Rockhits.
Während Tom Cruise in „Paradise City“ zunächst etwas gewöhnungsbedürftig wirkt, zünden andere Versionen sofort, etwa „Rock You Like A Hurricane“, „We Wanna Rock“ oder „Juke Box Hero/I Love Rock’N’Roll“. Verschiedentlich bewegen sich die Songs dann sogar doch recht nah am Original, z.B. „Pour Some Sugar On me“.
Der Soundtrack transportiert die gute Laune und die nostalgische Melancholie des Films hervorragend. Insgesamt eine unkonventionelle Form des Soundtracks, doch die Rechnung geht auf und die 20 Songs können fast durchgängig überzeugen. Letztlich fasst Bret Michaels Film und Soundtrack passend zusammen: „Ain't lookin' for nothin' but a good time / And it don't get better than this.“