Außenspiegel werden überbewertet und dann donnert das Hartholz mit voller Wucht auf die Motorhaube des schwarzen Renault Modus mit Hildesheimer Kennzeichen. So, jetzt bin ich warm… Pause gibt es erst, wenn die Karre, die da mal wieder meine Garageneinfahrt zuparkt so aussieht wie das Vehikel auf dem Cover des mittlerweile 3. Albums der Mindener Safety First Gonzales. Gewaltfantasien lassen sich ebenso gut mit dem aggressiv-fröhlichen Street-Punk/Hardcore der Westfalen kanalisieren wie Frühlinksgefühle. „Born To Fight“ steigt mit „Heart, Blood, Soul“ rotzig ein, wie man es sonst von den Münsteranern von Mr. Irish Bastard kennt, allerdings verzichten S.F.G. auf irische Instrumentalisierung und widmen sich lieber dem Oi und feuern so einige Hey, Hey, hey und Ohohohs auf die Hörerschaft ab.
Im Titeltrack schwingt zwar die Hommage an alte Evergreens á la „I Fought The Law“ (The Clash) mit, was den Song aber gleichzeitig zum absoluten Ohrwurm macht. „Mother’s Cry“ lädt nicht nur zur gepflegten Grillwurst unter blauem Himmel ein, sondern auch zum schweißtreibenden Pogo vor der Bühne. In Münster wurde eine explosive Mischung aus rotziger Mr Irish Bastard Attitude und punkiger Voice Of A Generation Aggression angesetzt, die sich in der Szene einfach durchsetzen muss.
Safety First Gonzales habens ich mit „Born To Fight“ zweifelsfrei den Titel als Geheimtipp des Jahres erkämpft, denn das Album hat keine Lückenfüller und macht vom ersten bis zum letzten Ton Lust auf noch mehr. Konzertbesuch und Plattenkauf sind natürlich Pflicht – muss ich ja wohl nicht mehr extra erwähnen, oder?
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