SCARRED formierte sich im Jahre 2003 in Luxemburg, eigentlich als Thrash Metal Band. Doch im Laufe der Zeit erfolgte nicht nur die Veröffentlichung der ersten EP „Inner Scars“, sondern mit einigen Line-up-Wechseln auch eine Hinwendung zu einem brutaleren und härteren Sound, der im Endeffekt die Metamorphose zur Death Metal Band perfekt machte.
Und nach dem von der Kritik wohlwollend aufgenommenem Debutalbum „New Filth Order“ (2009) erscheint nun der zweite Longplayer. Was könnte daher für eine Death Metal Band näher liegen, als ihr Album nach den beiden griechischen Sagengestalten Gaia und Medea zu benennen, der Göttin Erde, aus der alles Leben entsteht, sowie der Frau, die aus Rache vor den Augen ihres Ehemannes ihre beiden Kinder tötet.
Drängt sich beim Hören der ersten Songs zunächst der Eindruck auf, es handele sich bei „Gaia – Medea“ um eine einwandfreie Technic-Death-Metal-Scheibe, so offenbaren die Songs neben dem mehr als überzeugendem Geschrote doch immer auch wieder melodiöse doomige Klangoasen, die durch den Wechsel der Stimmlage gekonnt unterstützt werden und der Melodiosität das besondere Etwas verleihen ('Cinder'). Gleiches gilt für die interessanten Songintros, vor allem bei 'The great pan(dem)ic' nicht nur aufgrund des killermäßigen Gitarrensolos.
Ein weiterer Pluspunkt ist zudem, dass SCARRED ihre Thrash-Metal-Wurzeln nicht verleugnen und ihren Sound um Anleihen dieses Genres bereichern. Wirklich herausragend in diesem Zusammenhang 'Mosaic'! Daneben aber auch der Track 'Idiosyncrasy', der einen Platz im Killerriffolymp sicher haben sollte.
Kurz: Der Sound kombiniert die harte, barocke Brutalität von Bands wie GOJIRA und die technische Ausgefeiltheit von Dampfwalzen-Acts wie MESHUGGAH. Herausgekommen ist ein überaus authentisch, bodenständiges und zugleich aufregendes Album, das es mehr als verdient hat, gekauft, gehört und geliebt zu werden.