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Shining X - Varg Utan Flock

VÖ: 04. Januar 2018   •   Label:  Season Of Mist
von Marc Stoffregen
23. Januar 2018

Obwohl die Schweden Shining – (heißt in diesem Fall so viel wie Pfad der Erleuchtung, keine Anlehnung an das Werk von Stephen King) – schon stolze 20 Jahre herumwerkeln und Varg Utan Flock, wie das vorangestellte X bereits zu erkennen gibt, das zehnte Studioalbum abbildet, ist mir, zumindest bewusst, noch nichts von den Schwarzmetallern zu Ohren gekommen. Die Jungs betiteln ihren Stil selbst als Depressive, Suicidal Black Metal. Unterstrichen wird das in diesem Fall beim S/W-Albumcover, wo eigentlich nur die aufgeschlitzten Pulsadern fehlen. Die Fingernägel das abgebildeten Herren täten auch gut an einer Maniküre. Ob einem das Bildchen gefällt…. nun ja. Egal. Musikalisch hört man den Schweden auf jeden Fall ihre langjährige Erfahrung an. Oft geht es dumpf und roh zu, wie es sich für dreckigen, rauen Black Metal gehört, dennoch finden sich in den sechs Stücken bei einer knappen dreiviertel Stunde Spielzeit oft sehr viele progressive Einschläge und technische Finessen. Nach mehrminütigen Stakkato-Riffs samt Hass geprägten Growls, schweigt dann auch mal der gute Niklas am Mikro und es setzen melancholisch anmutende Akustikgitarrenklänge ein. Als die eigentlichen Songs auf diesem Album, würde ich deren ersten vier als sehr homogen bezeichnen und möchte davon auch keinen hervorheben. An fünfter Stelle haben wir dann ein knapp dreiminütiges, klassisches Instrumental-Stück, welches zum finalen Track, dem wuchtigen, neuneinhalbminütigen Epos „Aokigahara“ überleitet. Hier wird auch textlich ganz klar Selbstmord gepriesen, was mir persönlich bitter aufstößt. Sei es drum. Letztlich steht die Musik im Vordergrund und die ist hier sehr erhaben. Über sechs Minuten lang wird mit wehmütigen Akustik- und E-Gitarrenklängen und Niklas‘ Sprechgesang ein trauriger Stimmungsbogen erzeugt, um dann final wieder mit aller Härte zuzuschlagen und fiesesten Black Metal zu zelebrieren. Fazit: Gute Musiker mit fragwürdigem Geisteshintergrund auf einem ordentlichen, runden Album, was man gut hören kann. Gekauft hätte ich es mir allerdings nicht.

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