Acht pechschwarze, fräsende Sound-Lindwürmer, die einem räudigen Bastard aus extremen Slow-Motion Rock und Metal gleichkommen. Auch wenn die rauhe und prägende Reibeisenstimme von ZORN, unterstützt und bereichert durch Gastauftritte von Jander und Jasmin, nicht wirklich in diesen Kontext passen will, so meint man doch manches Mal ein Abbild von Witt und Totennacht in einem sarkastischen Gewand vor sich zu haben. Emotionale Kälte trifft auf blackmetallische Blasphemie, Songs ebenso episch, wie auf alles Wesentliche reduziert, verstörend und faszinierend zugleich.
Textlich setzt sich ZORN mit SIMPLE EXISTENZ mit all den Dingen auseinander, denen der so viel gepriesene moderne Mensch gedanklich immer wieder aus dem Wege geht:
Die Unfähigkeit, in den Schlund der eigenen widerwärtigen Abgründe zu Blicken. Die Furcht, im Ozean der verdrängten Emotionen jämmerlich zu ersaufen ist nicht schön und genau mit dieser Urangst spielt “Das Leben vor dem Tod”.
“Das Leben vor dem Tod” ist ein Album, das sich deutlich vom Einheitsbrei aktueller Veröffentlichungen unterscheidet, das allerdings zu speziell und vor allem zu dreckig ist, um an der Oberfläche dieses Breis glänzen zu können.
Doch gerade deshalb ist die SIMPLE EXISTENZ eine Entdeckung wert.
Releasedate: 12.03.2010
Spielzeit: 43:51
1. Der sterbende Mann 6:45
2. Die See 6:49
3. Auf der Jagd 4:36
4. Helden dieser Welt 5:25
5. Im Frühjahrsschnee 5:11
6. Harren und Hoffen 5:13
7. Mein Licht 3:18
8. Schaben 6:28
Line Up:
ZORN (Ex-Nagelfar&EgoNoir/Lethargie (bei 30Grad))