Zum Hauptinhalt springen

Six Feet Under – Killing For Revenge

VÖ: 09. Mai 2024   •   Label:  Metal Blade
“Lars Ulrich kann nicht Schlagzeug spielen“, „No Prayer for the Dying ist Maidens schlechtestes Album“ und „Alle Alben von Six Feet Under sind scheiße“. Wer nichts Substanzielles zum Thema Metal zu sagen hat, zieht sich gerne auf die oben erwähnten Topoi zurück – und liegt damit i.d.R. falsch, wie „Killing For Revenge“ beweist.

„Killing For Revenge“ markiert nicht nur das 14. Album der Band um Chris Barnes, die mittlerweile seit mehr als 30 Jahren existiert, sondern auch das zweite Album mit ex-CANNIBAL CORPSE Klampfer Jack Owen (auch ex-DEICIDE). Dieser habe, so ließ Barnes in einem Interview verlauten, etwa 90% der Musik sowie die meisten Lyrics auf „Killing For Revenge“ geschrieben. Kein Wunder also, dass einige Hörer die Mucke des Albums in die Ecke des CANNIBAL CORPSE Frühwerks schieben. Da ich mich lieber nicht mit den Corpse-Jüngern anlegen möchte, lasse ich diese Einschätzung mal einfach so im Raum stehen. Sicher ist jedoch, dass sich die Produktion deutlich mehr an CANNIBAL CORPSE orientiert, als am SFU-Vorgänger „Nightmares of the Decomposed“: Der Gitarrensound ist druckvoller, das Zusammenspieler der Instrumente klingt kompakter, das Gegrunze von Barnes tödlicher. Von „pappiger“ Produktion, wie jüngst in einem großen deutschen Print Magazin behauptet, höre ich hier nichts.
Für mich werden SFU aber immer dann am besten, wenn sie den Groove-Hammer schwingen und damit an ihr Meisterstück „Warpath“ erinnern. Auf „Killing For Revenge“ sticht in dieser Hinsicht das schwergewichtige „Neanderthal“ heraus, welches mit einem simplen Groove überzeugt. Doch schon der Nachfolgetrack „Judgement Day“ tritt das Gaspedal wieder durch. Allerdings verfällt die Band kaum in wilde Raserei, sondern wirkt immer kontrolliert. Das gefällt, verleiht man den Songs auf diese Weise doch ziemlich viel Brutalität, ohne in die Hochgeschwindigkeitsraserei abzudriften. Stattdessen wurde beim Songwriting Wert auf wiedererkennbare Riffs gelegt, die keinesfalls „einfallslos“ klingen, wie man bspw. in „Bestial Savagery“ nachhören kann. Übrigens ein Song, der deutlich stärker nach DEICIDE klingt als das aktuelle DEICIDE Album.
Für Käufer der CD oder eines digitalen Produkts gibt es mit NAZARETHs „Hair of the Dog“ noch einen rockigen Bonus, der natürlich an die „Graveyard Classics“ erinnert und durchaus gefällig daherkommt. Weshalb die Kollegen im Metal Hammer den Song so runtergeputzt haben, kann ich nicht nachvollziehen.
„Killing for Revenge“ unterstreicht, dass das prinzipielle Rumgemäkele an SIX FEET UNDER bloße Wichtigtuerei ist, denn der 14. Longplayer der Amis ist ein rundum solides Death Metal Album, dass vielleicht nicht nur Hits liefert, aber zumindest auch keine Nullnummern enthält. Songwriting und Produktion stimmen hier und ich würde „Killing For Revenge“ jederzeit dem aktuellen DEICIDE Album vorziehen.
Wir benutzen Cookies
Für einige Funktionen benützt diese Website Drittanbieter Cookies (YouTube/Google) - Lesen Sie mehr darüber in unseren  
Hinweis

Eine Ablehnung wird die Funktionen der Website beeinträchtigen. Möchten Sie wirklich ablehnen?