Sonic Syndicate - dto.
SONIC SYNDICATE haben alles richtig gemacht, als sie die Entscheidung getroffen haben, sich vom Metal in Richtung Metalcore zu verabschieden, versprach doch der Stilwechsel erheblich mehr Erfolgsaussichten und Popularität. Und in Sachen Moderne kann man diesem Genre ja nichts vormachen. Und tatsächlich legten SONIC SYNDICATE einen kometenhaften Aufstieg hin. Doch nach dem Erfolgsalbum "We Rule The Night" und nach sich anschließender umfangreicher Tourtätigkeit machte man erst einmal eine Pause, um die Kreativitätsspeicher wieder aufzufüllen.
Und mit ihrem neuen selbst betitelten Album haben sich die drei Schweden und eine Schwedin selbst übertroffen. Denn besser hätte man einen massenkompatiblen Sound nicht kreieren können. Man nehme etwas metallene Härte und kombiniere selbige je nach Laune mit melancholischen Emo-Elementen, mit partytauglichem College-Rock ('Long Road Home'), mit Gangsta-Rap nachempfundenen Sprechgesang, mit fetten Grooves ('My Revenche') oder mit dem im Moment genretypischen choralen Grölpartien ('Day Of The Dead') und schon ist das Metalcore-Bambi fertig. Alle mögen Bambi und deshalb werden auch alle dieses Album mögen. Denn so wie Bambi keiner Fliege etwas zu Leide tun kann und doch auch so süüüüüß ist, ergeht es einem auch mit dem Album. Man kann ihm nicht wirklich böse sein, auch wenn es wahrscheinlich keinen bleibenden und nachhaltigen Eindruck hinterlassen kann.
Denn die melodischen Refrains sind übermäßig catchy und eingängig (HIM und andere Emo-Combos lassen grüßen) und kommen in äußerst dichter Folge, dass sie problemlos auf die Heavy-Rotation der Rockradio-Stationen oder des härteren Musikfernsehens kommen könnten. Wer sich bisher gefragt hat, zu welchen Hymnen schwarzgewandete und bleichgesichtige Emo-Mädchen ihrem Angebeteten in Gruppen auf Partys oder allein im kerzenerleuchteten Zimmer hinterherschmachten, der braucht sich nur einmal 'Catching Fire' oder 'See What I See' anhören. Wem da nicht das Herz aufgeht, der ist vollkommen frei von Empathie. Geradezu groteske Züge nimmt der Sound an, wenn dem 80er Jahre Pop (Kollegen der Twilight-Redaktion nennen das auch Synthie-Metal.) gehuldigt wird ('Unbreakable'). Von da an ist der Auftritt im ZDF-Fernsehgarten nicht mehr weit.