Steel Prophet - Into The Void / Continuum (Re-release)
Die Geschichte der stählernden Propheten reicht bis ins Jahr 1983 zurück und das erste Demo der Band aus Connecticut datiert zurück ins Jahr 1986. Man mag es schlechtes Timing nennen, dass das Debüt „The Goddess Principle“ auf dem Höhepunkt des Grunge Hypes 1995 veröffentlich wurde und entsprechend auf wenig Gehör stieß. Pure Steel Records haben diesen Meilenstein des Progressive Power Metal jüngst wiederveröffentlicht. Mit dem Doppelschlag „Into the Void/Continuum“ folgt nun der zweite Streich und die 96er EP „Continuum“ wird ebenso wieder zugänglich gemacht wie das 97er Zweitwerk „Into the Void“. Während die EP hervorragend die musikalische Entwicklung vom Debüt zum Nachfolger nachzeichnet, untermauert „Into the Void“ vom ersten Moment die progressive Ausrichtung der Amis. „The Revenant“ ist ein Ohrenschmaus für Freunde von QUEENSRYCHEs „Operation: Mindcrime“ und „Empire“, aber auch von FATES WARNING in Songs wie „Eye to Eye“ oder „Point of View“. Grandios – vor allem was Rick Mythiasin da am Mikrofon abliefert. Vergleiche, die die Band als Thronfolger alternder NWoBHM Acts wie IRON MAIDEN oder JUDAS PRIEST darstellen werden dem musikalischen Können der Band kaum gerecht, da das Duo Blackmoor-Schleyer ihre Kollegen in besagten Bands problemlos schwindelig spielen dürfte. Dennoch finden sich in den Songs von STEEL PROPHET natürlich auch Anleihen der NWoBHM, wie etwa in den Anfangsriffs von „Death of Innocence“, doch man beschränkt sich eben nicht darauf, sondern wechselt geschickt zwischen rockigen Parts á la ATTIKA (z.B. „Trapped in the Trip“ oder „Passage of Time“) und progressiven Passagen im Stile von THE QUIET ROOM (z.B. „The Revenant“). Dass man dabei nicht auf Geschwindigkeit verzichten muss, zeigen die Jungs in „Of the Dream“ oder „Ideas of March-Purgatory“. Die EP „Continuum“ war bekanntlich etwas rauer und kraftvoller ausgefallen als das folgende Album, so dass man sich noch eher an die Anfangstage von FATES WARNING erinnert fühlt.
Mit „Into the Void/Continuum“ kehren zwei musikalische Pflichtlektüren einen grandiosen Band, die sich seit Mitte der 80er Jahre treu geblieben ist, in die CD-Regale der Plattenläden zurück. Wer an verregneten Spätsommertagen einen musikalischen Herzschrittmacher benötigt, der sollte STEEL PROPHET unbedingt im Notfallkoffer einsortieren. In der Zwischenzeit mache ich mich auf zur Zentrale auf dem Schrottplatz, um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und herauszufinden, warum STEEL PROPHET noch immer ein Dasein als Kultband im Halbschatten der Szene fristen müssen.