Sechs Studio Alben 'mussten' vergehen, ehe sich STONE SOUR zur Veröffentlichung eines Live-Album entschlossen. Am 5. Oktober 2018 entstanden die Aufnahmen in Reno, NV, USA. Laut Begleittext sind auf dem Album 17 der beliebtesten STONE SOUR Songs. 1992 von Corey Taylor gegründet, bot die Band die Gelegenheit ein paar aus der Slipknot Kommune maskenlos agieren zu sehen. 2002 kam dann die erste Platte raus. Grundsätzlich haben mir alle Studioalben gefallen, jedoch fand ich die Trennung von James/Jim Root, den ich als Gitarristen schätze (weil er sich nicht vom 'Kemper' Virus infizieren ließ), schade. Ja, Gott sei Dank ist er noch bei SLIPKNOT. Hydrograd ist für meine Muckerohren sehr poppig geworden. Song #3 ist zwar ein Ohrwurm, aber ich fand die vorherigen Alben besser. Livealben bieten die Chance, dass man ähnlich einem Best-Of ein guten Querschnitt der besten Songs eines Interpreten erhält. Zudem ohne nachträgliche Studiobearbeitung durch Overdubs und Kosmetik, sondern im Idealfall 1 zu 1 direkt auf die Platte gezogen. Dazu die Interaktion mit den Konzertgängern. Das, was STONE SOUR abliefern, hat tatsächlich richtigen Livecharme. Für mich typisch ist die Dominanz im low end bei der Schießbude. Dh. die mit Fell bezogenen Kessel drücken im Gesamtklang, die Metallhardware "klickt". Also wieder hohe Kompression bei den Drums. Die restlichen Instrumente sind "transparenter" im Bandgefüge. Was für mich den Höreindruck sehr trübt, ist, dass die Reaktion des Publikums eher im Hintergrund wahrnehmbar ist. Bei einer unterstellten Masse an Konzertgängern einer solch bekannten Band hätte man mehr Mikrophone im Publikum platzieren können. LONG DISTANCE CALLINGs Auditorium bei der Veröffentlichung Stummfilm bekam deutlich mehr Raum in der Wahrnehmung, und bei denen waren vielleicht nur ein paar hundert Leute im aufgezeichneten Konzert, aber nicht tausend(e) wie bei STONE SOUR. Trotzdem kann man sich getrost das Live-Album STONE SOUR kaufen und anhören, da die Liveversionen der Songs in der Reduzierung auf sozusagen nur eine Spur je Instrument ihren Reiz entwickeln. Warum STONE SOUR - wenn man denn auf Postproduction wie Overdubs verzichtete - mehr als ein Jahr vergehen ließen zwischen Konzert und Veröffentlichung, wird ein Geheimnis bleiben.
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