Dass die stimmen könnte, stellt das neue Album der österreichischen Kultband SUMMONING bestens unter Beweis. Nach sieben Jahren des Bangens und Wartens erscheint nun der neue Longplayer „Old Mornings Dawn“, der uns die fantastische Welt von Mittelerde führt. Auch wenn ich die Faszination, die von den Werken von Tolkien (Man denke nur an den kleinen Hobbit Dildo!) auszugehen scheint, nie so recht nachvollziehen konne, so liefern SUMMONING doch acht epische, düstere und melodische Black-Metal-Kompositionen ab, die einen ganz besonderen Charme entwickeln und durch ihr hohes Maß an Ambiance und Sphärik ein hohes Maß an Klangerleben garantieren.
Dabei können die Songs auch schon mal die neun Minuten überschreiten. Charakteristisch und konstitutiv für die musikalische Vielfältigkeit sind die unterschiedlichsten Instrumentalisierungen, die bisweilen an mittelalterliche oder mediterrane Instrumente erinnern ('Caradhras') und mitunter orchestralen Charakter entfalten, sowie die sphärischen Stimmungen, dem Einsatz von Keyboards sowie choralen Gesangspartien geschuldet ('Old mornings dawn'). Für die nötige düstere Dunkelheit sorgen die mitunter sparsam eingesetzten black-metalligen krächzigen Vocals. Hinzu kommt, dass die Songs in soundtüftlerischer Manier sehr ausgeklügelt und ausgefeilt sind ('The wandering fire').
Insgesamt sind die Tracks dermaßen gestrickt, dass man sie sich problemlos als Soundtrack für eine Tolkienverfilmung vorstellen könnte. Und das Weltfriedenstiftende liegt in dem Vermögen, großartige und melodiöse Klangwelten zu erschaffen, die immer auch einen Hauch von eingängigem, ermutigendem Optimismus zu verbreiten ('Of pale white morn').
Also ein Album, das durchaus zu überzeugen weiß!