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Surgical Strike - Part Of A Sick World

VÖ: 24. Januar 2020   •   Label:  Metalville
von Linus-Henry Meyer
27. Januar 2020

Zwar gibt es Surgical Strike aus Sehnde bei Hannover schön länger als die durchschnittle Leber eines urbanen Profialkoholikers Halbwertszeit hat. Doch brauchten die fünf Thrasher um Frontmann Jens "Korken" Albert fast ein Vierteljahrundert um die erste LP zu veröffentlichen. Die Zeit war gut genutzt.
Gleich im ersten Track "Dead End Gone" werden keine Gefangenen gemacht. Blast Beats, Double Bass, Growls, thrashende Gitarren und Frank "The Schrank" Ruhnkes Sologitarre jagen technisch einwandfrei und drückend mit 200 mph aus den Boxen. Textlich wird mit "Dead End Gone" bereits das Untergangsszenario heraufbeschworden, das auf dem Album besungen wird: "Time is marching on. We all will  vanish, dead, end, gone!" So schnell wie der Wirbelsturm begann, so brutal schraubt sich auch "Failed State" in die Gehörgänge. Die Bpm jenseits der 220 zeichnet Korken ein Bild einer korrumpierten Gesellschaft und korrupten Politikerkaste, deren monetärer Vorteil zum Versagen des Gemeinwesens führt. Der Soundtrack hierzu kleidet sich in kurzweilige Riffs und punchende Grooves, die kein Trommelfell heile lassen. Erst im dritten Track gönnen uns die Norddetuschen ein wenig Atempause. "Politicians" knüpft an die Korruptionsthematik an und ist musikalisch deutlich grooviger. Der Mix aus groovigen Parts und beinharten Thrashriffs lässt den geneigten Thrasher sofort an Exodus denken. Nicht nur, weil Korkens Stimme hohen Wiedererkennungswert hat und an Steve Souza erinnert, sondern weil vor allem die Gitarrenarbeit erbarmungslos riffig und fett wie auf dem Klassiker "Tempo of the Damned" von EXODUS ist. Bestes Beispiel ist "Confrontation", der genau so von den Legenden aus Bay Area sein könnte. Doch bleiben SURGICAL STRIKEs Alleinstellungsmerkmale nicht aus: Das Songwriting fällt insgesamt moderner und in Teilen melodischer aus. Der Refrain von "Lambs To The Slaughter" ist im Beatdown und erinnert so fast an HATEBREED, während "Below Zero" als groovige Nummer schon wieder in die Richtung PRONG geht.
So schaffen es die Niedersachsen die Gradwanderung Brett, groovig-melodischen Songs und Hooks und einem Durchschnittstempo kurz vor der Lichtgeschwindigkeit. SURGICAL STRIKE sind keine Kopie, sondern eine astreine Homage und Liebeserklärung an die Helden aus Amerika. In Zeiten in denen sich alle Künstler in Nischen verlieren, machen Korken und seine Mitstreiter das, was die Menschen brauchen: Schnörkellos einen auf die Fresse geben.
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