Letzteres ist bei The Burning mit ihrem neuen Tonträger „hail the horde“ der Fall, welcher mittlerweile schon gut acht Wochen beim Plattendealer des Vertrauens zu erwerben ist. Beworben wird ebenfalls das artwork der CD, das niemand geringerer als Brent Elliott White, der auch schon für Megadeth und Deathangel gepinselt hat, verzapft haben soll, und man kann zurecht behaupten, dass es ihm auch gelungen ist. Die vier Dänen fahren also groß auf, werben mit einer einzigartigen Fusion von Neo-Thrash und Deathmetal und berappen unglaubliche Ressourcen für das CD-cover, nur auf Promo-Tour sind sie nicht, was angesichts des übrigen Aufwandes fast schon paradox erscheint.
Durch Oberflächlichkeiten vorgeprägt machte ich mich somit ans Musikhören und muss sagen, dass das ganze Konzept auch musikalisch durchaus aufgeht. Der erste Track „godless“ geht nicht sofort in die Vollen, mit schön prollig ausklingenden Thrash-Riffs wird erstmal eingeleitet, was sich später als hervorragend komponiert und umgesetzte Hymne aller Atheisten entpuppen soll. Schon hier erkennt man die Verbindung zu den beschworenen Vorbildern, doch weniger der Sound, denn der ist von den Gitarren um einiges roher und härter als Dimebags, als die Riffs und Grooves und deren Spielweise. Was die vielen Downbeats angeht, hat wohl einer relativ viel Madball gehört, die interessanter Weise den Sound eher widerspiegelten und das Aussehen der werten Musiker, denn nur ein echter langhaariger Metaller ist in der Band (no offence fellow unhaired metalheads!).
Alles in allem also eine wirklich gute Platte, die trotz einiger Durststrecken zum Ende hin und gewissen Tendenzen zur Monotonie, darüber hinaus trotz meiner Meinung nach nicht kohärentem artwork (apokalyptischer Endzeit Bischof Dämonen fesselnd), CD-Betitlung (bei Horde denk ich eher an Dschingis Khan) und textlichem Inhalt, wirklich Bezug zur Horde wird nur im ersten Song beim eingespielten Orkgegrunze und dem Titelsong genommen, überzeugen kann. Die dänische Mischung aus Groove, Thrash der Neunziger und deathmäßigem Geschreie ist gut gelungen. Ich hab mir sagen lassen, die coolen Kids nennen das heutzutage Thrashcore!
Linus-Henry Meyer