Das Trio THE ISOLATION PROCESS, deren Mitglieder auch schon in Bands wie LINGUA oder COME SLEEP gespielt haben, schicken sich an, mit ihrem ungemein harten, dichten, aber auch düster-melodischen Sound unsere Hörnerven zu erobern.
Selten hat mich ein Album von der ersten Minute an so dermaßen in seinen Bann gezogen und Redaktionskollege Zwingelberg wird auch wieder sagen, da wird zu viel gejault, das ist ja schlimmer als PARADISE-LOST in ihrer "Host-Ära", aber das ist dann eben auch nur die eine Seite der Medaille.
Denn THE ISOLATION PROCESS verstehen es gekonnt, emotionale Melancholie mit brachialer Härte zu verbinden und somit allerlei verschiedene Klanglandschaften zu erschaffen, die sich virtuos im Spannungsfeld von Hoffnung und Hoffnungslosigkeit bewegen. Emotionale Alternative-Schrammeligkeit trifft auf metallische riffige Härte ('Underneath It All'), Momente größter Zerbrechlichkeit treffen auch progressive kraftvolle Grooves ('Victims Of The Masses'). Aktivposten ist dabei auch die wandlungsfähige Stimme von Sänger Thomas Henrikson, die den Bogen über Angryness, Sadness und Mightyness schlägt und mitunter wie DEPECHE-MODE-Sänger Gahan klingt ('The Dead End'). Da kann man sich zum Ausruhen auch zwei instrumentale Stücke leisten ('Inhale'/ 'Exhale'). Herausragend in diesem Zusammenhang 'It Will Burn'.
Natürlich ist auch die Handschrift von Michael Nordström (SWITCH OPENS, LINGUA), der mit der Band das Album aufgenommen und abgemischt hat, sowie von Magnus Lindberg (CULT OF LUNA, KHOMA), der für das Mastering verantwortlich war, unverkennbar.
Kurz: THE ISOLATION PROCESS legen mit dem gleichnamigen Album einen überzeugenden Longplayer vor, der für die Anhänger der melancholischen Härte (KATATONIA, CALLISTO, GHOST BRIGADE) ein Muss sein dürfte.