Das dachten sich auch THESE HEARTS aus North Dakota. No rules. Keine Regeln. Das passt augenscheinlich sehr gut zu den Ansprüchen der politisierten Punk-Szene, ist aber auch ein ziemlich gewagtes Unterfangen in der doch sehr konservativen Musik-Punk-Szene.
Der Anspruch, etwas Großes und Bombastisches zu erschaffen, lässt sich schon an der Gründung im Jahre 2007 ablesen. Denn man startete nicht als herkömmliches Punk-Trio, sondern als Quintett mit zwei Gitarren. Es folgte die Veröffentlichung der ersten EP „Mistakes and second takes“ und ein umfangreiches Touringprogramm. Denn wir wissen ja: Practise makes perfect. 2011 erschien dann als Frucht der harten Arbeit der erste Longplayer „Forever ended yesterday“, der von der Kritik sehr wohlwollend aufgenommen wurde. Es schlossen sich Auftritte mit BROADWAY und US FROM OUTSIDE an sowie die Veröffentlichung einer weiteren EP unter dem Titel „Elephant in the room“ 2012, bevor man sich wieder im Studio vergrub, um das zweite Album „Yours to take“ aufzunehmen.
Und das Ergebnis lässt sich mehr als hören. Schon der Opener 'This is love' stellt unter Beweis, dass sich Metalcore und Punk durchaus hörbar miteinander kombinieren lassen. Das ist so ein bisschen wie die Schöne und das Biest: hammerharte Metalcore-Riffs und das genremäßige bedrohliche, hier angenehm tiefe Gebrüll, treffen auf anmutig, schöne und eingängige Punk-Melodien und -Vocals, die immer wieder hymnenhaft daherkommen ('Psycho'). Das trifft auch auf 'Been through hell' zu, eine Punk-Hymne im traditionellen Gewande, perfekt zum Mitgrölen. Weitere hitverdächtige Kracher, die durch angenehme Härte und mitreißende Melodien überzeugen, sind zum Beispiel 'Birds of a feather' oder 'LOTR'.
Kurz: ein äußerst überzeugendes Punk-Album, das gerade durch seine Hardcore- bzw. Metalcore-Elemente einer möglichen Eintönigkeit entgegenwirkt und bestens unter Beweis stellt, dass im Punk noch erhebliches Potenzial steckt, wenn man auch einmal über den Tellerrand hinausschaut. Punk is not dead!