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Thora - total world paranoia

VÖ: 23. Dezember 2006   •   Label:  SPV
23. Dezember 2006

Nachdem anno 1987 die Schweizer Band Celtic Frost auf dem Album „Into The Pandemonium“ Black Metal mit einer klassischen Sängerin kombinierte, überschlugen sich die Ereignisse seit jeher in nahezu unerwartete Ausmaße. Von diesem Zeitpunkt an experimentierten diverse Bands mit den neu entdeckten Möglichkeiten oder wechselten gar gänzlich in den neuen Expressionismus über - so weit, dass heute kaum noch eine einheitliche Definition des Euphuismus möglich ist. Nichtsdestotrotz gilt jedoch der englische Doom und Death Metal-Underground als unumstößliche Ursprungsquelle jener Musikrichtung, deren Startschuss letztendlich bis in das Zeitmaß 1991, in welchem Paradise Lost die für den Stil namensgebende Platte "Gothic" publizierten, hineinreicht. Noch im selben Jahr brachten Tiamat mit "The Astral Sleep" und My Dying Bride mit der "Symphonaire Infernus Et Spera Empyrium" weitere grundlegende Bestandteile einher, wodurch sich der unverkennbar schwermütig-dichte handschriftliche Charakter stets deutlicher auszeichnete, ehe er für nachfolgende Formationen schließlich wegweisend wurde. Doch neigt sich wie wir alle wissen jegliche Kreativitätsüberflutung einmal dem Ende zu und lauscht man den Klängen von „Total World Paranoia“ erübrigt sich jegliche kritische Hinterfragung nach den Gründen sogleich… 1999 mit dem Ziel eigenständigen, sowie melodischen, allerdings dennoch in einer Einheit endenden gegensätzlichen Gothic Metal zu schöpfen, muss man dieses Ziel auf ihrem zweiten Werk genauer betrachtet als völlig gescheitert ansehen, vereinen die vier aus dem Raum Aachen stammenden Musiker lediglich eingängige Melodien, tiefe Growls samt nervigen Backgroundchorus mit einigen aggressiven Riffs, aneinander gereihtem Akustikgeklimper, Keyboardparts, als auch Double Bass-Attacken, welche allesamt stets vorhersehbar agieren und das 08/15-Schema keineswegs zu durchbrechen vermögen. Es ist darüber hinaus schon äußerst paradox, wie sehr sich die bereits als Vorgruppe der Senkrechtstarter HIM spielenden Gewinner des Jägermeister Bandwettbewerbs alles vollständig verbaut haben. Fast jedes der 13 Lieder ist nach ein und demselben Schema konstruiert und scheint dem selbst auferlegten fixierten Druck nach Abwechslung, sowie Spannung nicht einmal ansatzweise gerecht zu werden, vielmehr erweckt es dahingegen sogar den Eindruck, als ob die Formation um Sänger Thomas Fräntzki auf kompliziertes Songwriting weitestgehend lieber verzichtet hat, um so livetauglich wie nur möglich zu klingen. Schlicht, eingängig und viel zu explizit auf die Ohrwurmschiene schielend präsentiert sich der Nachfolger des eigenständig produzierten „Cross Nailed“. Wer hier auf hemmungslose Dynamik gepaart mit Leidenschaft, als auch ergreifenden Momenten hofft, muss absolut enttäuscht werden. Nicht einmal die Message vom totalen Weltzerfall, welcher eine Auseinandersetzung mit seinen Ängsten beabsichtigen möchte, kann erfüllt werden. Eher erhält man das Gefühl vor jenen nur noch weiter und insbesondere schneller davonrennen zu wollen. Einer Tatsache kann man sich jedoch gewiss sein: Den als Kinder in den Topf mit Kajal-Suppe gefallenen Jungs von Thora werden tausende Mädels zu Füßen liegen!

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