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Unherz - Herzschlag

VÖ: 22. September 2011   •   Label:  Massacre

Doch auch wenn man sich stilistisch treu geblieben ist, scheint mir die Scheibe als musikalischer Herzschrittmacher wenig geeignet. War ich vom Material des Debüts doch recht angetan, ergreift mich hier bald das dumpfe Gefühl, dass der Vierer bereits die meiste Munition verschossen hat. Mit "Rette Mich", "Verlorene Welt", "Die Stimme tief in mir" und "Die Hölle muss schön sein", finden sich gleich vier langsame Songs auf dem Album, wobei mich eigentlich nur der Letztgenannte überzeugen kann - und selbst dort wird textlich zunächst mit Klischees um sich geworfen (Unfalltod, Drogen, Alkohol) - doch insgesamt haben wir es hier schon mit einem sehr emotionalen Song zu tun.
"Prall und Kugelrund" ist wohl das Highlight des Albums. Durch die Kombination von Off-Beat und 4/4 Palm Gitarren und dem heiseren Gesang klingt der Song ein wenig nach Onkel Tom, der einen Dritte Wahl Song covert. "Halt die Fresse" beginnt interessant mit der Mundorgel, gleitet dann aber nicht nur musikalisch in die Belanglosigkeit ab. Textlich wird zum X-ten mal das Deutschrock-typische Klischee der gerade heraus sprechenden Band, die in der Öffentlichkeit falsch verstanden und zu Unrecht in rechte Schubladen gesteckt wird. "20000 Freunde" ist ein weiterer Partysong, der nochmal ganz hörenswert ist, aber auch nicht wirklich vermisst würde, wenn es ihn nicht gäbe.
Insgesamt leider eine Enttäuschung. Herzschlag kann mit dem Vorgänger nicht mithalten, musikalisch werden aufgewärmte Banalitäten präsentiert, textlich mittelprächtige Kantinenkost serviert. Vergleichen mit dem aktuellen Unantastbar Album kann Herzschlag nicht standhalten.
Schade, aber diese Scheibe braucht man nicht. Hoffen wir mal, dass das nächste Album wieder mehr Hitpotential mitbringt!

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